DART-Mission NASA-Sonde soll Asteroid Dimorphos wegrammen

Am Montag (26.09.2022) wird es soweit sein: Erstmals soll eine Sonde mit Absicht gegen einen Asteroiden fliegen und seine Flugbahn damit verändern. So soll ein Beitrag zum langfristigen Schutz der Menschheit geleistet werden.

Illustration der DART-Mission kurz vor der Kollision mit dem Asteroiden Dimorphos.
Bildrechte: NASA/Johns Hopkins APL

Die DART-Mission der US-Raumfahrtbehörde NASA klingt wie von Hollywood erdacht: Eine Sonde fliegt zu einem erdnahen Asteroiden und schlägt auf ihm ein, um seine Flugbahn zu verändern. Damit soll untersucht werden, ob so ein Schutz vor Himmelskörpern, die sich auf die Erde zubewegen, prinzipiell möglich ist. Tatsächlich ist im November 2021 von Kalifornien aus eine "Falcon 9"-Rakete in Richtung des Doppelasteroiden Didymos gestartet. Dort soll die mitgereiste Sonde "DART" (Double Asteroid Redirection Test) planmäßig am 26. September auf Dimorphos einschlagen, dem kleineren der beiden Asteroiden. Eine Kamera an Bord von DART wird den Einschlag filmen.

Derzeit kein größerer Himmelskörper auf Kollisionskurs Erde

Dimorphos, der "nur" einen Durchmesser von 160 Metern besitzt, stellt dabei keine konkrete Gefahr für die Erde dar - stattdessen soll allgemein untersucht werden, wie sich Himmelskörper bei einem solchen Aufprall verhalten. Ändert sich die Umlaufbahn von Dimorphos um den größeren Asteroiden Didymos dadurch? Und könnte man diese Methode auch nutzen, wenn sich wirklich mal ein größerer Himmelskörper mit Kurs auf die Erde bewegt? Im Oktober 2024 soll die "Hera"-Mission der europäischen Raumfahrtbehörde Esa dann noch genauere Daten von Dimorphos liefern.

Ganz unwahrscheinlich ist das Szenario eines Himmelskörpers, der auf der Erde einschlägt, dabei nicht. Vor rund 66 Millionen löste der Aufprall eines Asteroiden im heutigen Golf von Mexiko ein Massensterben aus, dem nicht nur fast alle Dinosaurier-Arten zum Opfer fielen. Im Jahr 1908 verwüstete ein einschlagendes Objekt in der Nähe des Flusses Steinige Tunguska in Sibirien eine riesige Fläche. Und 2013 wurden mehr als 1.000 Menschen vor allem durch zerberstende Scheiben verletzt, als in der Nähe der Stadt Tscheljabinsk am Ural ein Himmelskörper mit rund 20 Metern Durchmesser einschlug. Grund zur Sorge besteht aktuell aber nicht, da von den rund 24.000 bekannten erdnahen Objekten keiner mit einer relevanten Größe auf Kollisionskurs mit der Erde unterwegs ist.

Links/Studien

Via NASA-TV wird die DART-Mission am 26. September live übertragen.

cdi

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