Aurora Borealis (Nordlichter) über dem Fjadrargljufur Canyon in Island
Aurora Borealis (Nordlichter) über dem Fjadrargljufur-Canyon in Island. Bildrechte: IMAGO / Pond5 Images

Wissen-News Sonnensturm: Die spektakulärsten Polarlichter können die größten Schäden verursachen

12. Juli 2024, 12:36 Uhr

Frontal auf das Erdmagnetfeld treffende interplanetare Stöße erzeugen die spektakulärsten Polarlichter. Sie verursachen aber auch größere Schäden an kritischer Infrastruktur als schräg auftreffende Schocks. Das haben US-Wissenschaftler herausgefunden.

Interplanetare Stöße, die frontal auf das Erdmagnetfeld treffen, erzeugen die spektakulärsten Polarlichter. Sie verursachen aber auch die stärkeren elektrischen Ströme am Erdboden, durch die wiederum kritische Infrastrukturen wie Pipelines und Unterseekabel bedroht werden. Das hat ein Team von US-Wissenschaftlern um den Nasa-Forscher Denny Oliveira herausgefunden.

Polarlichter und interplanetare Stöße?

Polarlichter werden durch zwei Prozesse verursacht: Entweder erreichen von der Sonne ausgestoßene Partikel das Magnetfeld der Erde und verursachen einen geomagnetischen Sturm, oder interplanetare Schocks, bei denen mehrere Wellen geladener Teilchen aufeinandertreffen, komprimieren das Magnetfeld der Erde. Diese Schock erzeugen auch geomagnetisch induzierte Ströme, die die stromleitende Infrastruktur beschädigen können.

Laut der Studie von Oliveira und Kollegen entscheidet der Aufprallwinkel der interplanetaren Stöße über die Stärke der erzeugten elektrischen Ströme. Die Forscher verglichen die in einer Datenbank erfassten interplanetaren Schocks mit Messwerten geomagnetisch induzierter Ströme aus einer Erdgaspipeline in der finnischen Polarlichtregion Mäntsälä. Sie fanden heraus, dass frontale Stöße sowohl unmittelbar nach dem Schock als auch während des folgenden Substurms höhere Spitzen bei geomagnetisch induzierten Strömen verursachten als schräg auf die Erde treffende Stöße.

Polarlichter sind vom Brocken aus zu sehen. 1 min
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MDR SACHSEN-ANHALT Sa 11.05.2024 09:06Uhr 00:26 min

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Da die Aufprallwinkel der interplanetaren Stöße bis zu zwei Stunden vor dem Aufprall vorhergesagt werden können, sehen die Studienautoren darin eine Möglichkeit, auch die Gefährlichkeit der zu erwartenden Schocks zu prognostizieren. Dies könnte es ihrer Ansicht nach ermöglichen, rechtzeitig entsprechende Schutzmaßnahmen für Stromnetze und andere anfällige Infrastrukturen zu ergreifen, bevor die frontalsten und stärksten Erschütterungen eintreffen.

Polarlichter erhellen den Nachthimmel 1 min
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1 min

Polarlichter haben im Norden von Sachsen-Anhalt erneut am Himmel gestrahlt. Das Naturschauspiel war in der Nacht auf Montag bei Wust im Kreis Stendal zu sehen.

MDR S-ANHALT Mo 04.03.2024 11:16Uhr 00:32 min

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(dn)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 11. Mai 2024 | 09:06 Uhr

2 Kommentare

MDR-Team vor 1 Wochen

Vielen Dank für Ihren Hinweis. Im ersten Abschnitt erklären wir, dass interplanetare Stöße (die von der Sonne kommen) für Polarlichter verantwortlich sind und Schäden verursachen können. Die Überschrift haben wir aber leicht angepasst.

Ihr Team von MDR WISSEN

JKK vor 1 Wochen

Es sind nicht die Polarlichter, welche die Schäden verursachen. Es sind die von der Sonne kommenden Teilchen. Die Polarlichter sind auch nur eine Folge der Sonnenstürme.
Die Überschrift dieses Beitrags ist falsch formuliert.

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