Baustelle Mars Es wird gebohrt, aber der Hammer streikt

Der Rover Curiosity hat neue Bilder vom Mars geschickt. Denn er hat ein Loch gebohrt. Beim Mars-Lander InSight gibt es dagegen Probleme: Der Hammer, der sich bis in drei Meter Tiefe graben soll, streikt.

HP3 heißt das Instrument, das der Lander InSight auf den Marsboden gestellt hat, offiziell: Heat and Physical Properties Package. Die NASA-Forscher nennen es dagegen Maulwurf, weil es sich bis zu drei Meter tief ins Marsgestein graben soll, so tief wie nie zuvor.  Aber der Hammer an der Spitze des Geräts, das in Deutschland entwickelt wurde, streikt.

Mars
Der Maulwurf ist am linken Rand des Bildes gut zu sehen. In der Mitte steht das runde weiße Seismometer. Bildrechte: NASA/JPL-Caltech

Seit Anfang März analysieren die Wissenschaftler das Problem. Noch wissen sie nicht, ob HP3 von einem einzigen Stein oder einer Kiesschicht blockiert wird oder etwas im Gehäuse klemmt. Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt haben bereits einen Nachbau des Hammers in die USA geschickt. Für Ende des Monats ist ein neuer Hammertest geplant. Die Videoaufnahmen und die Daten, die das Seismometer dabei aufzeichnet, werden dann mit Testdaten am Nachbau auf der Erde verglichen. Damit hoffen die Ingenieure eine Lösung für das Maulwurf-Malheur zu finden.

Curiosity hat wieder Kraft im Arm

Mars
Dieses Loch bohrte Curiosity am 20. Mai 2018. Bildrechte: NASA

Die NASA-Sonde Curiosity hatte bei ihren Bohrversuchen ebenfalls mechanische Probleme. Zwei Jahre lang konnte der Rover den Bohrer nicht benutzen. Dann gelang es den Ingenieuren, ihn wieder einzusetzen. Dazu nutzten sie zwei Stabilisierungspfosten, die ihn eigentlich abstützen sollten. Stattdessen bringen sie jetzt den Druck des Roboterarms auf den Bohrer, in etwa mit der Kraft eines menschlichen Armes. Damit bohrte der Rover sich rund zehn Zentimeter tief ins Marsgestein. Das Loch hat einen Durchmesser von etwa 1,6 Zentimetern.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 26. November 2018 | 09:22 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. April 2019, 13:20 Uhr