Unglücke auf See Der Mythos vom Bermuda-Dreieck ist falsch

Der Mythos vom Bermuda-Dreieck hält sich hartnäckig. Auf mysteriöse Weise sollen dort Flugzeuge und Schiffe verschwinden. Wissenschaftler stellen aber immer wieder fest: Statistisch gibt es dort nicht mehr Vorfälle als anderswo.

Im Sommer verbringt man warme Tage gerne am Strand – und erzählt sich passend zum Rauschen des Meeres auch mal etwas Seemannsgarn. Hartnäckig etwa hält sich die Legende vom Bermuda-Dreieck. In dieser Region des Atlantischen Ozeans zwischen den Inseln Puerto Rico, Bermuda und der Küste Floridas, sollen auf mysteriöse Art und Weise immer wieder Schiffe und Flugzeuge verschwinden. Mal werden diese Unglücke mit unnatürlichen Wetterphänomenen erklärt, mal mit Außerirdischen, mal soll die US-Regierung dahinter stecken.

Alles Mumpitz, stellt dieser Tage mal wieder ein Experte fest. Im Gespräch mit dem australischen Nachrichtenportal news.com.au erklärte der Wissenschaftsjournalist Karl Kruszelnicki jetzt, prozentual gesehen verschwänden im sogenannten Bermuda-Dreieck genauso viele Flugzeuge und Schiffe, wie überall sonst auf der Welt. "Die Region ist in der Nähe des Äquators, grenzt an einen der reichsten Teile der Welt an, deswegen gibt es dort einfach viel Verkehr", sagt Kruszelnicki. Wenig überraschend führen einige der weltweit am stärksten befahrenden Schifffahrtsrouten durch das Dreieck.

Starker Verkehr, schlechtes Wetter

Entstanden ist der Mythos im ersten und zweiten Weltkrieg, als in der Gegend einige größere Militärtransporte und Jets verschwanden. Allerdings lassen sich die meisten dieser Fälle auf schwierige Wetterbedingungen oder menschliches Versagen zurückführen. So stellte die US-Behörde National Ocean Service bereits vor einigen Jahren fest, dass regelmäßig Stürme, darunter Hurricanes, durch das sogenannte Bermuda-Dreieck ziehen. Auch der Golfstrom bringe mitunter heftige Wetterwechsel, die früher oftmals zu Unfällen führten.

Dass nach Unglücken viele Wracks oder die Leichen von Reisenden nicht gefunden wurden, sei auch nicht weiter überraschend, sagt Kruszelnicki. Bis heute sei die Suche am Meeresgrund ausgesprochen schwierig, trotz modernster Messegeräte. Wie im Fall des vor drei Jahren verschwundenen Flugs MH370 der Malaysian-Airlines kommt es vor, dass die Suchmannschaften trotz großem Aufwand erfolglos bleiben.

"Ozeane waren für Menschen schon immer ein geheimnisvolle Orte. Wenn das Wetter und oder die Navigation schlecht sind, können sie auch ziemlich tödliche Orte sein. Das ist überall auf der Welt so", so der National Ocean Service. "Es gibt allerdings keine Beweise, dass mysteriöses Verschwinden im Bermuda Dreieck irgendwie häufiger vorkommt als jede andere, stark befahrene Stellen der Ozeane."

(ens)

Über dieses Thema berichtet MDR JUMP: im Radio | 01.02.2017 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Juli 2017, 16:09 Uhr