Studenten in einem Hörsaal
Bildrechte: FSU/Kasper

Bildungsstudie Deutschland Chancen auf Hochschulbildung ungleich verteilt

Studenten in einem Hörsaal
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Chancenungleichheit an deutschen Hochschulen und Universitäten ist Realität. Das belegen die Zahlen der neuesten Untersuchung zur Hochschulbeteiligung des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) Hannover.  Von 100 Kindern aus Akademikerfamilien, so die Studie, beginnen statistisch gesehen 79 ein Hochschulstudium. Bei Nicht-Akademiker Familien schaffen nur 27 von 100 Kindern den Sprung an eine Hochschule. Noch drastischer ist das Bild bei Eltern ohne beruflichen Abschluss. Hier schaffen gerade einmal zwölf Prozent der Kinder nach der Schule den Weg zum Studium.

Sicherung des sozialen Status

“Familien mit geringerem Bildungshintergrund tendieren häufig dazu, die Kosten für höhere Bildung zu überschätzen und Bildungserträge zu unterschätzen, ungeachtet des vielleicht hohen Bildungspotentials ihres Kindes“, so beschreibt Nancy Kracke, eine Autorin der Untersuchung, eine Ursache für die Chancenungleichheit. Bildungsnähere Elternhäuser würden dagegen mehr Ressourcen zur Förderung der Kinder einsetzen, so die Studie. Sie sehen einen höheren Bildungsabschluss auch als Teil der Sicherung des eigenen sozialen Status der Familie.

Kinder aus Akademikerhaushalten sind daher im Vergleich zu ihrem Anteil an der altersgleichen Gesamtbevölkerung an den Hochschulen überrepräsentiert. Unter den Studienanfängerinnen und -anfängern sind sie mehr als doppelt so häufig vertreten, wie ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen aus Elternhäusern ohne Hochschulausbildung. Die Forscher messen diese Relation im sogenannten Bildungsbeteiligungsindex. Ein Blick auf den Index aus dem Jahr 2005 zeigt, dass sich daran in den letzten elf Jahren kaum etwas verändert hat.

Lehrerin und Schulkind an der Tafel 2 min
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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR Nachrichten | 09. Mai 2018 | 12:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Mai 2018, 11:42 Uhr