Ein Mann mit einem  Smartphone in der Hand.
Bildrechte: Himsel/DBU

Deutscher Umweltpreis gegen Wegwerfmentalität Smartphone: Es geht auch fair und öko

Europas wichtigster Umweltpreis setzt Zeichen – für faire Produkte und gegen Wegwerfmentalität. In diesem Jahr wird erstmals ein Preisträger aus der Elektronik-Branche geehrt. Für sein faires und ökologisches Smartphone.

Ein Mann mit einem  Smartphone in der Hand.
Bildrechte: Himsel/DBU

Auf der Erde gibt es mehr Smartphones als Menschen. Zeit zum Umdenken, fand der Holländer Bas van Abel. Können wir die Geräte nicht länger nutzen? Und sie fairer, gerechter und ökologischer produzieren? Ja, das geht. Und das hat sich inzwischen auch herumgesprochen. Gerade erst hat van Abel für die zweite Generation seines "Fairphone“ den "Blauen Engel“ erhalten. Es ist das erste Smartphone, das dieses Umweltgütesiegel tragen darf. Und an diesem Wochenende erhält er außerdem den Deutschen Umweltpreis.

Transparenz und hohe Umwelt-Standards

Es ist nicht das schönste, das schnellste, das schmalste und mit rund 520 Euro auch nicht das billigste Smartphone – aber es hat dafür jede Menge anderer Vorteile. Es ist weitgehend recycelbar und gehen Einzelteile kaputt, kann der Besitzer sie selbst problemlos austauschen. Und die Materialen stammen aus fairem Handel und nicht aus Krisenregionen - einer der Hauptgründe, warum das Unternehmen den Deutschen Umweltpreis bekommt, so Dr. Heinrich Bottermann, Generalsekretär Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU). "Das Unternehmen verbessert stetig den Herstellungsprozess, um nach und nach die Materialien und die Geräte sowie die Zusammensetzung der Kosten transparenter zu machen. Sozial-, Arbeitsschutz- und Umwelt-Standards sollen vor Ort verbessert werden, damit die Menschen in Konfliktregionen zu fairen Konditionen beschäftigt werden und der Einfluss auf die Umwelt so gering wie möglich ausfällt.“

500.000 Euro Preisgeld

So viel gibt es für den Deutschen Umweltpreis. Die bekommt van Abels Firma aber nicht allein. Denn es gibt noch einen zweiten Preisträger. Angelika Mettke, Professorin an der TU Cottbus-Senftenberg, und Walter Feeß, Unternehmer aus Baden-Württemberg, bekommen die andere Hälfte des Geldes. Mettke und Feeß haben bewiesen, dass man den Bauboom in Deutschland auch mit Recycling-Material füttern kann. "Sie haben Beton, den Baustoff des 20. Jahrhunderts, auf bemerkenswerte Weise umweltverträglicher gemacht“, so DBU-Chef Bottermann. Statt immer wieder neue Kiesgruben zu erschließen, setzen Mettke und Keeß auf Beton-Recycling. Aus Abbruch-Beton entstehen bei ihnen neue Häuser.

Gorbatschow hat ihn auch Der Deutsche Umweltbundespreis wird jedes Jahr von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) verliehen. Es ist der nach eigenen Angaben höchstdotierte Umweltpreis Europas. Bundespräsident Joachim Gauck überreicht ihn am 30. Oktober in Würzburg. Die Klimaforscher Mojib Latif und Hans Joachim Schellnhuber haben ihn schon bekommen, genauso wie die Politiker Klaus Töpfer und Michail Gorbatschow.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL Radio | 30. Oktober 2016 | 12:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. November 2016, 10:00 Uhr