Drittmittel DFG-Förderatlas: Spitzenforschung in Mitteldeutschland – TU Dresden in Top-10

Ein neues Ranking der Deutsche Forschungsgemeinschaft zeigt die Erfolge der Unis bei Zuschüssen. Dresden gehört zur Spitzengruppe, aber auch Leipzig, Jena, Halle, Freiberg und Chemnitz können Erfolge vorweisen.

Spitzenforschung ist ohne Zuschüsse für Universitäten heute kaum noch denkbar. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ist für die Hochschulen eine der wichtigsten Quellen für diese sogenannten Drittmittel. Mit Ihren Zuschüssen macht die DFG viele große Forschungsvorhaben erst möglich.

Universitäten müssen sich mit Anträgen um diese Mittel bewerben. Vergangene Woche hat die DFG mit ihrem Förderatlas veröffentlicht, welche Unis in den Jahren 2014 bis 2016 beim Einwerben dieser Gelder am erfolgreichsten waren. Die Technische Universität Dresden landete deutschlandweit auf Platz sechs und verbesserte sich damit im Vergleich zu den voran gegangenen drei Jahren gleich um vier Plätze.

Für Rektor Hans Müller-Steinhagen war das ein Grund zum Feiern. "Ich hab laut gejubelt. Das ist ein ganz großer Erfolg", sagt er. Die Entwicklung der Universität spreche für sich, seit zwanzig Jahren gehe es bergauf. "Wir hatten natürlich gehofft, dass wir uns nochmal verbessern werden, aber dass wir uns gleich um vier Plätze in die wirkliche Spitzengruppe des DFG Rankings verbessern werden, das war für mich eine große Überraschung."

Dresden in der Spitzengruppe

Den ersten Platz in diesem Ranking belegt die LMU München, den zweiten die Universität Heidelberg und auf Platz drei folgt die TU Aachen. Dresden dann auf Platz sechs. 260 Millionen Euro Drittmittel flossen in den letzten drei Jahren in die Kassen der Universität. Das ist eine Steigerung von über 35 Prozent. Christian Fischer von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat den Förderatlas mit ausgearbeitet.

Er sagt, wer hier gut abschneidet, ist nicht geschickt im Drittmitteleinwerben, sondern leistet gute Forschungsarbeit: "Der Forschungsatlas stellt zwar Geldflüsse dar, aber wir sehen dieses Geld als Qualitätsausweis. Es wird in aufwendigen Gutachtungsverfahren vergeben und damit ist ein Drittmittelzuspruch der Deutschen Forschungsgemeinschaft auch ein Ausweis für hervorragende Forschungsqualität."

Der Förderatlas listet nicht nur einzelne Einrichtungen auf, sondern auch Regionen. Auch da schneidet Dresden gut ab. Die Landeshauptstadt mit dem Elbtal rangiert auf Platz fünf von 56 und bekam fast 900 Millionen Euro in drei Jahren. Die Kooperation zwischen Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und der Wirtschaft sei in Dresden sehr gut, sagt Rektor Müller-Steinhagen. An der TU selbst sind vor allem die Ingenieurwissenschaften stark vertreten. Und die bekamen auch das meiste Geld. Spitzenreiter sind die Fachgebiete Informatik, System- und Elektrotechnik.

Wir haben drei Forschungsschwerpunkte. Das eine ist die Mikro- und Nanoelektronik und IT. Das zweite große Thema ist bei uns die Lebenswissenschaften, die Medizin und Biomedizin und das dritte sind die Materialwissenschaften und bei allen dreien haben wir hervorragend abgeschlossen.

Professor Hans Müller-Steinhagen, Rektor TU Dresden

Dank der Förderung können Dresdner Studenten Satelliten zur ISS schicken und Experimente mit Materialen im All machen. Psychologen untersuchen, wie der Willen des Menschen funktioniert, warum Menschen Hassreden schreiben. Roboter in der Pflege werden entwickelt oder Elektronik der Zukunft, die immer energiesparender wird.

Uni Leipzig punktet mit Lebenswissenschaften

Auch für die Universität Leipzig ist das Ergebnis des neuen Rankings positiv. Zwar landet sie mit Platz 28 nicht besonders weit vorn, verbesserte sich aber um drei Plätze. Insgesamt warben die Forscher von 2014 bis 2016 100,2 Millionen Euro ein. Besonders erfolgreich waren die Wissenschaftler der sogenannten Life-Sciences, also Medizin, Biotechnologie und Gesundheitswissenschaften. Sie belegten Patz 19 indem sie 50,3 Millionen Euro einwarben. Ebenfalls Platz 19 erreichten die Geistes- und Sozialwissenschaften mit 19,2 Millionen Euro DFG-Drittmitteln.

"Unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben Beachtliches geleistet", kommentiert Rektorin Beate Schücking. "Auf den erneuten Erfolg, der sich im Förderatlas abbildet, kann unsere Universität wirklich stolz sein." In Zukunft hofft sie auch noch bessere Drittmitteleinnahmen, etwa wenn es gelingt, eine Exzellenzförderung für das Adipositas-Projekt zu bekommen.

Gute Platzierung auch für Jena, Halle, Chemnitz und Freiberg

In Jena erreichten die Forscher der Friedrich-Schiller-Universität mit 34,1 Millionen Euro Platz 30. Die Universität Halle konnte sich mit insgesamt 66,1 Millionen Euro noch in den Top-40 platzieren. Für Prorektor Michael Bron ist das einerseits eine bemerkenswerte Leistung der Forscher seiner Uni. Andererseits sagte er aber auch in Bezug auf die finanzielle Grundausstattung durch das Land Sachsen-Anhalt: " Der DFG-Förderatlas zeigt, dass Universitäten mit einer besseren Grundfinanzierung häufig erfolgreicher beim Einwerben von Drittmitteln sind."

Die Technische Uni Chemnitz (39,3 Millionen Euro DFG-Drittmittel) und die Bergakademie Freiberg haben es beide zwar nicht in die Liste der 40 bestplatzierten Hochschulen geschafft. Doch auch hier erreichten einige Fachbereiche in den jeweiligen Bereichswertungen Spitzenplätze. In Chemnitz waren das Materialwissenschaft und Werkstofftechnik (Platz 8), Maschinenbau und Produktion (ebenfalls Platz 8), sowie Informations- und Kommunikationstechnologien (Platz 10). Die Freiberger waren bei Materialwissenschaft und Werkstofftechnik noch erfolgreiche rund belegten hier Deutschlandweit sogar den vierten Platz.

Dieses Thema im Programm: MDR Aktuell Radio | 07. Juli 2018 | 09:20 Uhr