math42 App
Maxim und Raphael im Video von follow me bei FUNK. Bildrechte: Follow me/FUNK

Erfolgreich mit Wissen Millionäre dank MatheApp

Na, waren Sie gut in Mathematik? Dann können Sie Ihren Kindern bestimmt helfen bei Fragen zu Vektoren, Partialbruchzerlegung oder Exponentialrechnung, oder? Für alle, die das überfordert, gibt es die App „Math42“. Programmiert haben sie zwei junge Berliner Mathe-Genies. Und die Mathe-App ist so beliebt, dass die sie jetzt für einen zweistelligen Millionenbetrag an ein US-Unternehmen verkauft haben.

von Kristin Kielon

 math42 App
Maxim und Raphael im Video von follow me bei FUNK. Bildrechte: Follow me/FUNK

Für viele Schüler ist Mathe eine Qual: Spätestens beim Thema Algebra wird es nämlich für viele schwierig – also bei Gleichungen mit Unbekannten. Denn bei der Frage welchen Wert x hat, hilft ohne Fachkenntnis auch kein Taschenrechner mehr. Die App Math42 schafft da Abhilfe. Sie ist eine Art digitaler Nachhilfelehrer. Auf die Idee ist ihr Erfinder Maxim Nitsche schon mit 14 gekommen, erzählte der junge Gründer in einem Gespräch mit Funk, dem jungen Angebot von ARD und ZDF.

Maxim Nitsche
Bildrechte: vcc

Ich habe mit 10 angefangen Nachhilfe zu geben und wenn du Nachhilfe gibst und siehst, was die Schüler für Probleme haben, was die Eltern dafür zahlen, merkst du: Oh! Das ist nichts Kleines. Wenn du das merkst, dann denkst du dir: Kann ich das nicht irgendwie anders lösen?

Maxim Nitsche

Und Maxim konnte das. Auch dank seines Vaters, „der ja einen der ersten Schachcomputer entwickelt hatte, Schachcomputerweltmeister wurde. Dann  kommt man relativ schnell auf die Idee: Wir könnten das automatisieren.“

Maxim holte seinen Bruder Raphael mit an Bord und gemeinsam leisteten die beiden Hochbegabten ein halbes Jahr Überzeugungsarbeit: Dann war auch ihr Vater von der Idee überzeugt. Heute ist Maxim 22 Jahre alt und Millionär. Denn nach einem Fernsehauftritt in der Gründer-Sendung „Die Höhle der Löwen“ kam es zu einem regelrechten Hype: Heute verzeichnen die Gründer drei Millionen Downloads und gehören damit zu den Großen auf dem App-Markt. Doch was kann die App jetzt eigentlich genau? Maxim Nitsche erklärt das so:

Was Math42 jetzt macht ist im Grunde, dass wir den Nachhilfelehrer imitieren: Wir geben dir also nicht nur die Lösung als Schüler, sondern was wir dir ermöglichen ist, dass du es verstehen kannst.

Maxim Nitsche

Konkret heißt das: Wenn man eine Matheaufgabe eintippt, macht die App zunächst Vorschläge, wie man die Aufgabe lösen könnte. Klickt man auf den Lösen-Button, erklärt sie den Lösungsweg Schritt für Schritt – bis ins letzte Detail.

Doch die App kann nicht einfach nur Ergebnisse errechnen und Lösungswege zeigen: Abstrakte mathematische Konzepte werden außerdem durch Graphen erklärt. Und das Gelernte kann im Trainings- und Testmodus auch gleich angewendet werden. Dabei erkennt die App sogar, wo der Schüler noch Schwächen zeigt und passt sich daran an. Alle Inhalte und Begriffe werden zudem in einer Art Mathe-Lexikon erklärt. So soll es jeder Schüler schaffen, die Mathematik auch zu verstehen. Die Vision: Schule als Versteh-System statt einer Pauk-Anstalt. Und das Konzept kommt an: Die App erreicht Top-Bewertungen bei GooglePlay und im AppStore:

Mathematikformeln
Ein einfaches Beispiel, wie die MatheApp funktioniert. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Math42 war eine echte Million-Dollar-Idee: Die Brüder haben ihre App nun an das börsennotierte amerikanische Unternehmen Chegg verkauft. Kaufpreis für das Gesamtpaket: Stattliche 12-einhalb Millionen Euro, zu denen noch einmal mehr als zehn Millionen Euro in Cash oder Aktien hinzukommen können. Für die Nutzer ist die App seit dem Verkauf übrigens komplett kostenlos.

Warum eigentlich 42? 42 ist eine beliebte Zahl für Menschen, die an Lösungen interessiert sind. Schriftsteller Douglas Adams hat sie uns vererbt. In seinem Bestseller „Per Anhalter durch die Galaxis“ lässt er den größten jemals gebauten Computer "Deep Thought“ die Antwort nach dem Leben, dem Universum und allem suchen. Und sie lautet: 42.

Über dieses Thema berichtet MDR SPUNIK: Tagesupdate | 20.10.2017 | 18:00-19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Oktober 2017, 11:22 Uhr