Themenbild: Vater und Tochter diskutieren.
Bildrechte: IMAGO

Schlecht für die Erziehung Wenn Mutti nachts zur Arbeit geht, gibt es Stress

Wenn Eltern regelmäßig abends oder nachts arbeiten, dann ist das schlecht für die Entwicklung der Kinder. Das haben Forscher aus Berlin und Magdeburg herausgefunden.

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Familienunfreundliche Arbeitszeiten sind nicht nur unangenehm, sondern können negative Auswirkungen auf das Verhalten und die emotionale Stabilität von Kindern haben. Forscher des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) und der Uni Magdeburg kamen zu diesem Schluss, nachdem sie Daten von über 800 Kindern im Alter von sieben bis zehn Jahren ausgewertet haben. Ergebnis: Eltern mit solchen Arbeitszeiten sind strenger, schreien und schelten öfter.

Die Daten wurden im Rahmen des Sozio-ökonomischen Panels des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung  in den Jahren 2010 bis 2013 erhoben. Das Team um WZB-Forscher Jianghong Li und Matthias Pollmann-Schult von der Universität Magdeburg wertete sie erstmals in Bezug auf Arbeitszeiten und Erziehung aus. Dabei kam heraus: Vor allem Abend- und Nachtarbeit in der Woche beeinflussen die Erziehungsstile. Von den befragten Vätern arbeiten 23 Prozent regelmäßig nachts und 40 Prozent abends, unter den Müttern tun dies 11 beziehungsweise 28 Prozent.

Risiken für die Zukunft

Hyperaktivität, emotionale Probleme, auffälliges Verhalten und Probleme mit Gleichaltrigen – das waren die Bereiche, in denen die Auswirkungen auf die Kinder gemessen wurden. Überall stellten die Forscher negative Veränderungen fest, am deutlichsten im Bereich des kindlichen Verhaltens. “Das ist insofern bedeutsam, als Verhaltensstörungen in jungem Alter ein höheres Risiko späterer Straffälligkeit, Drogengefährdung oder schwieriger Bildungs- und Berufsverläufe mit sich bringen“, so das Autorenteam.

Für die Veränderung des Erziehungsstils reichte es sogar aus, wenn nur einer der beiden abends arbeiten gehen musste. Vor allem, wenn die Frauen den späten, familienunfreundlichen Job hatten, gab es einen sogenannten "Spill-over-Effekt“. Dabei zeigten auch die Väter, die normale Arbeitszeiten hatten, mehr Strenge und negatives Kommunikationsverhalten.

Die Ergebnisse der Studie wurden jetzt in der Zeitschrift “Community, Work and Family“ veröffentlicht.

Dieses Thema im Programm: MDR Jump | 20. April 2018 | 13:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Mai 2018, 15:25 Uhr