Cebit Hannover 2017
Bildrechte: Deutsche Messe

Mitteldeutsche Unis und Hochschulen auf der CeBIT 2017 Virtual Reality, Roboter und Schwarmintelligenz

Universitäten und Fachhochschulen aus Mitteldeutschland präsentieren sich mit zahlreichen Entwicklungen auf der weltweit größten Digitalmesse CeBIT, die vom 20. bis 24. März 2017 in Hannover stattfindet.

Cebit Hannover 2017
Bildrechte: Deutsche Messe

TU Chemnitz: Autonomes Fahren

Pathfinder - Pfadfinder-Technologie. So nennt ein Forscherteam der TU Chemnitz seine Technologie, mit der Fahrzeuge präzise lokalisiert werden können. Da ist eine Grundvoraussetzung für das autonome Fahren. Das aus der TU Chemnitz hervorgegangene Start-up NAVENTIK erhielt für die Softwarelösung beim bundesweiten "Gründerwettbewerb – Digitale Innovationen“ im Rahmnen der CeBIT einen Hauptpreis. "Neben der Signalverarbeitung von GPS- und anderen Navigationssatelliten macht unsere Technologie auch die Nutzung weiterer Sensordaten des Autos zur Ortsbestimmung möglich“, erläutert Team-Mitglied Peter Kalinowski. Heißt: Selbst, wenn das GPS-Signal gestört sein solte, ist die Postitionsbestimmung möglich. Das Team hat mittlerweile eine eigene GmbH gegründet, um die Technologie marktfähig zu machen.

Uni Halle: Modernes Krisenmanagement

Mit der verbesserten Koordination von Helfern im Katastrophenfall beschäftigt sich das Forschungsprojekt "KUBAS". Gemeinsam mit Verbundpartnern entwickeln Wirtschaftsinformatiker eine IT-basierte Gesamtlösung zur effektiven und effizienten Koordination von Ressourcen im Krisen- und Katastrophenfall. Das anwendungsorientierte Forschungsprojekt basiert auf der App "Hands2Help", die bereits erfolgreich in der Praxis getestet wurde. Anstoß für die Entwicklung der App war das Saale-Hochwasser 2013. Das Forschungsprojekt "KUBAS"  wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

HTWK Leipzig: Virtual Reality und Roboter

Auf der diesjährigen CeBIT präsentieren Prof. Klaus Bastian und das "Nao Team HTWK", wie Virtual Reality in der Robotik eingesetzt werden kann. Die Idee: Durch ein Telepräsenzsystem auf Basis einer VR-Brille können Menschen in einen humanoiden Roboter schlüpfen, seine sensorischen Fähigkeiten erfahren und diesen auf einfache Art und Weise fernsteuern. Am Stand der HTWK Leipzig wird die Anwendung mithilfe eines Nao-Roboters und einer Android-VR-Brille demonstriert.

Uni Magdeburg: Schwarmintelligenz bei Quadrokoptern

Die Informatikerin und Schwarmintelligenzforscherin Prof. Dr.-Ing. Sanaz Mostaghim wird das von der Natur inspirierte Schwarmrobotiklabor präsentieren. In diesem SwarmLab wird die Übertragung von Lösungsstrategien aus dem Bereich der Schwarmintelligenz auf Szenarien der Robotik erforscht. Die gezeigte Testplattform ist ein Schwarm autonomer Quadrokopter, bei dem jeder Kopter in der Lage ist, grundlegende Aufgaben wie Bewegung, Wahrnehmung und Selbstschutz allein zu lösen. Mit den Mitteln der Schwarmintelligenz sollen diese Mechanismen zu komplexen Problemlösungen erweitert werden, ohne dass eine externe zentralisierte Kontrolle erforderlich ist. Das Team um die Wissenschaftlerin Mostaghim will künftig Roboterschwärme mit künstlicher Intelligenz entwickeln, die sozial und autonom Entscheidungen treffen können. Wie soziale Wesen auch, wären sie in der Lage, Entscheidungen in Echtzeit zu treffen und sich den lokalen Gegebenheiten und Umständen dynamisch anzupassen. Ohne externe Führung sollen sie z. B. autark agierend Gelände und Gebäude in Echtzeit überwachen, sich dynamisch der Umgebung anpassen und so beispielsweise beim Hochwasserschutz, bei Flugzeugkatastrophen, bei Erdbeben oder Reaktorunfällen zum Einsatz kommen.

Uni Leipzig: Intelligente Straßenlaterne

Aus dem medizinischen Bereich präsentieren die Wirtschaftswissenschaftler von der Uni Leipzig Innovationen, um neue Technologien nutzbar zu machen. Sogenannte Mensch-Technik-Interaktionen, wie etwa die intelligente Straßenlaterne. Sie soll nicht nur Menschen im Dunkeln den Weg weisen, sondern auch helfen, Strom zu sparen. Gelingen soll das, indem sie nur entlang des vorher anvisierten Weges aufleuchtet und zudem nur dann Licht spendet, wenn sich eine Person in ihrer Nähe befindet - alles gesteuert über die Signale des eigenen Smartphones. Ein anderes Beispiel ist die intelligente Therapie, bei der ständig mithilfe von Sensoren am Körper des Patienten dessen Blutdruck, Puls, Schlafrhythmus und andere Gesundheitsfaktoren gemessen und an den Arzt weitergegeben werden, sobald der Patient zustimmt. Dadurch lässt sich ein feineres Bild seines Krankheitsverlaufs zeichnen und der Erfolg der Therapie besser beurteilen.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL im Fernsehen | 20.03.2017 | 19:30 Uhr
im Radio | 21.03.2017 | 06:53 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. September 2017, 15:13 Uhr