Georg Cantor
Bildrechte: Universitätsarchiv Halle

Mathematik Georg Cantor – das kaum bekannte Superhirn

Georg Cantor
Bildrechte: Universitätsarchiv Halle

Georg Cantor wurde am 3. März 1845 in St. Petersburg geboren. Am 6. Januar 1918 starb er, 72 Jahre alt, in Halle an der Saale. Cantor kam aus einer Kaufmannsfamilie, deren Reichtum es Cantor ermöglichte, sein Leben ganz der Mathematik zu widmen.

Womit wurde er berühmt?

Cantor gilt als Gründer der modernen Mathematik. Er studierte in Zürich, Göttingen und Berlin, dem damaligen Weltzentrum der Mathematik. Cantor entwickelte die allgemeine Mengenlehre und führte so den Begriff der Unendlichkeit in die Mathematik ein, außerdem entwarf er die Theorie der Punktmengen und die Maßtheorie. Unter Kollegen war er zu seiner Zeit umstritten. Aus heutiger Sicht ist das Besondere an Cantors mathematischem Werk, dass er sich denkerisch ins Chaos wagte  - für alle früheren Denker kamen mathematische Wahrheiten nur durch logische Beweise zustande. Cantor hatte mit seinen Überlegungen mathematisch die Tür zu einer neuen Welt aufgestoßen.   

Was war Cantor für ein Mensch?

Privat galt Georg Cantor, der 1874 die Opernsängerin Vally Guttmann geheiratet hatte, als rührend besorgter Familienvater. Das Paar hatte sechs Kinder, ein Sohn starb im Alter von zwölf Jahren an einem Herzfehler. Zeitzeugen beschrieben ihn als "sprühendes, witziges Naturell". Zusammen mit seiner Frau veranstaltete an der Universität Gesangsabende und galt als Bereicherung von Gesprächsrunden dank seines temperamentvollen Geistes.   

Das Genie und seine Krankheit

Cantor litt nach Auffassung heutiger Mediziner unter der bipolaren Form einer psychotischen Störung, bei der sich depressive mit manischen Phasen abwechseln. Cantor ist mehrfach in der "Universitätsnervenklinik“ in Halle in Behandlung, wo er 1918 auch stirbt.

Was hat Cantor mit heute zu tun?

Mit Cantors Theorien hat man als Nicht-Mathematiker im Alltag kaum zu tun. Indirekt ist der moderne Mensch aber tagtäglich mit ihr in Berührung: Die Grundlage der Mathematik, die die moderne Speichertechnik in unseren elektronischen Geräten ermöglicht, hat ihre Wurzeln auch in Georg Cantors Theorien.

Drei Grabsteine mit vielen Inschriften vor einer Backsteinmauer.
Auf dem kleinen Hallenser Fiedhof in der Friedensstraße ist zwar auf dem Grabstein Cantos Name eingraviert, zusammen mit weiteren Inschriften von Angehöriger. Begraben liegt er hier nicht. Der Friedhof, auf dem der Mathematiker beigesetzt wurde, existiert gar nicht mehr. Bildrechte: M. Beitz | Halle im Bild

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Spezial | 05. Januar 2018 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. Februar 2018, 15:33 Uhr

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Georg Cantor
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MDR FERNSEHEN So, 04.03.2018 22:20 23:05

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