Wetterphänomen Blue Jets Astronaut fotografiert "Blaue Kobolde“

Der Däne Andreas Mogensen war 2015 als Astronaut auf der Internationalen Raumstation ISS. In dieser Zeit dokumentierte er erstmals Blue Sprites – Blitze, die aus den Wolken kilometerweit ins Weltall zucken. Jetzt hat die ESA das Material veröffentlicht.

Blaue Kobolde
Bildrechte: ESA/NASA

Blitze, die beim Gewitter ins Weltall schießen. Sie wurdenseit Jahrzehnten vermutet, von Piloten beobachtet aber lange Zeit auch als Humbug abgetan. Mittlerweile hat man einige der Phänomene dokumentiert. Nur die Blue Sprites, die auch Blue Jets genannt werden, gab es bisher noch nicht auf Foto oder Video. Das ist dem dänischen Astronauten Andreas Mogensen nun bei seinem Aufenthalt auf der ISS im September 2015 gelungen. Mit einer besonders sensiblen Kamera machte er Bilder von dem Phänomen in rund 18 Kilometern Höhe, berichtet die Europäische Weltraumorganisation (Esa).

Auf schwarzem Hintergrund ist ein roter Fleck.
Die Universität von Alaska fotografierte 1994 einen "Red Jet", einen Blitz in Richtung Weltall Bildrechte: University of Alaska

Ein 160 Sekunden langes Video von Mogensen zeigt 245 leuchtende Blitze, die aus der Spitze eines Wolkenturms schießen. “Es passiert nicht jeden Tag, dass man ein neues Wetterphänomen auf Film einfangen kann, deshalb bin ich sehr froh über das Ergebnis - aber vor allem, weil Forscher diese faszinierenden Gewitter bald genauer untersuchen können“, sagte der Astronaut.

Neben den jetzt dokumentierten Blue Jets gibt es noch weitere Erscheinungsformen oberhalb der Wolkendecke: die Red Sprites (Roten Kobolde) – die bereits von der Nasa und der Universität von Alaska fotografiert wurden - und die Elves (Elfen), die sich gemeinsam mit den Red Sprites ringförmig ausbilden. Satelliten hätten zwar bereits versucht, das Phänomen der Blue Jets einzufangen, hieß es von der Esa. Sie hätten aber keinen guten Winkel gehabt, um Daten sammeln zu können.

Über dieses Thema berichtet MDR Aktuell im Radio| 01.01.2017 | 11:00 Uhr