Bunter Strauß aus getrockneten Rosen
Könnten bald länger frisch aussehen: Forscher aus Düsseldorf können das Verwelken verlangsamen. Bildrechte: Colourbox.de

Valentinstag Ewig frische Blumen: Forscher verzögern Verwelkungsprozess

Am 14. Februar, dem Valentinstag, werden millionenfach Blumen verschenkt. Leider verblühen die Sträuße meist viel zu schnell. Forscher haben jetzt aber einen Stoff entwickelt, der das Verwelken verzögern soll. Und der ist sogar öko: Ungiftig und biologisch abbaubar.

von Kristin Kielon

Bunter Strauß aus getrockneten Rosen
Könnten bald länger frisch aussehen: Forscher aus Düsseldorf können das Verwelken verlangsamen. Bildrechte: Colourbox.de

Es ist wirklich nervig: Gerade erst frisch gekauft, fangen die Schnittblumen schon nach wenigen Tagen an, die Köpfe hängen zu lassen. Schuld daran ist das Pflanzenhormon Ethylen. Denn das sorgt dafür, dass Pflanzen verwelken. Wird die Verbindung zum nährstoffreichen Boden gekappt, kann es ungestört wirken. Georg Groth, Professor für Biochemische Pflanzenphysiologie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf erklärt:

Das Hormon wird in den Pflanzenzellen von Rezeptoren wahrgenommen, die leiten es weiter an den Zellkern und da werden dann Prozesse ausgelöst, die das Verwelken steuern.

Georg Groth

Das Pflanzenhormon wirkt über eine sogenannte Signalkette. Das heißt, das Signal zum Welken wird über verschiedene Proteinmoleküle wie in einer Kette bis zum Zellkern weitergetragen. "Wir haben uns zunutze gemacht, dass man inzwischen herausgefunden hat, welche Bestandteile diese Ethylen-Signalkette steuern – also welche Proteine, welche Eiweißstoffe daran beteiligt sind", sagt Groth. "Und wir selbst haben vor einigen Jahren herausgefunden, dass die Wechselwirkung zwischen zwei dieser Proteine in der Signalkette besonders wichtig ist, dass die direkten Kontakt miteinander haben, um das Signal weiterzugeben wie so ein Staffelläufer, der den Stab weitergibt im Rennen."

Grafik zu welkenden Schnittblumen
Schnittblumen erhalten das Peptid (NOP-1) über das Gießwasser. Rechts: Zeitreihe mit fortschreitender Verwelkung; oben Nelken, unten Rosen. Bei beiden wird das Verwelken um drei bis sechs Tage verzögert. Bildrechte: HHU / Claudia Hoppen, Lena Müller, Georg Groth

Einfach ins Blumenwasser

Die Forscher haben aus einem dieser Proteine einen kleinen Teilbereich kopiert. Das Ergebnis ist ein synthetisches Peptid, das das eigentliche Protein mit dem Auftrag zum Verwelken ausbremst. Die Schnittblumen können es ganz einfach über das Blumenwasser aufnehmen, so der Forscher.

Das hat zur Folge, dass nicht mehr der natürliche Bindungspartner an die Rezeptoren heran kann, sondern, dass das ganze blockiert wird. Das Verderben verzögert sich. Wir haben das an verschiedenen Sorten getestet, an Rosen und an Nelken zum Beispiel und da verzögerte sich das Verwelken um drei bis sechs Tage.

Georg Groth

Und vielleicht lässt sich der Effekt sogar noch verlängern. Sie hätten ja erst einmal gezeigt, dass es überhaupt funktioniert, so Groth. Daran wollen sie weiter forschen. Und noch einen Plan haben die Düsseldorfer Pflanzenforscher: Wenn alles gut läuft, soll die Frischekur für Schnittblumen auch irgendwann einmal frei verkäuflich sein, damit die frischen Blumen künftig nur noch für Freude statt für Frust sorgen.

Änderung 10.05.2019

In einer ersten Version des Textes hatten wir geschrieben, "im Gegensatz zu bisherigen Frischhaltemitteln ist das Peptid nämlich auch völlig ungiftig und biologisch abbaubar". Diese Aussage stimmt nicht. Vielmehr steht bei der beschriebenen Substanz der Nachweis nichttoxisch zu sein noch aus.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 14. Februar 2019 | 07:39 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Mai 2019, 17:44 Uhr

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