Cannabis auf Rezept Öl, Tablette oder Spray

Cannabis auf Rezept. Das ging auch bisher schon in Deutschland. Welche Präparate haben die Apotheken? Und was ändert sich mit der Entscheidung des Bundestages? Wir haben nachgefragt.

Eine Hand hält ein Cannabisblatt und die andere Tabletten.
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Es gibt heute drei Arten, Cannabis in der Apotheke zu bekommen. Dronabinol heißt das Präparat, das als Öl abgegeben wird, zur äußeren Anwendung. Die Apotheker erhalten es als Harz und stellen daraus je nach Rezept die entsprechende Menge Öl her.

Canemes ist eine Kapsel, die wie eine Tablette eingenommen wird. Sie enthält wie das Öl ausschließlich den Wirkstoff THC. Und das dritte übliche Präparat ist Sativex. Das ist ein Spray, das neben THC auch CBD enthält, einen Hanfwirkstoff, der auch in anderen Medikamenten – z.B. gegen Multiple Sklerose oder Epilepsie - genutzt wird. Der Wirkstoff wird ähnlich wie bei einem Asthma-Medikament in den Mund gesprüht.

Genehmigung fällt weg

"Alle Präparate können von Ärzten verschrieben werden, wir benötigen jedoch bisher für die Kostenübernahme eine Genehmigung der Krankenkasse", sagt Thomas Rößler vom Landesapothekenverband Sachsen-Anhalt, der selbst Apotheker in Magdeburg ist. Falls die Kassen das nicht übernehmen, muss der Patient die Mittel aus eigener Kasse zahlen. Und genau das wird sich nach der Entscheidung des Bundestages in Zukunft ändern. Wenn Ärzte Schwerkranken Cannabis verschreiben, dann müssen die Kassen zahlen.

Um Cannabis-Blüten in der Apotheke zu verwenden, ist eine Sondergenehmigung der Bundes-Opiumstelle notwendig. Die gehört zum Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Und das muss jetzt nach dem Bundestags-Votum klären, wie Cannabis-Blüten in den Apotheken verarbeitet werden sollen. "Rauchen kommt für uns nicht in Frage“, sagt Rößler. Denn jemanden zum Rauchen zu bringen, sei auf keinen Fall der richtige Weg. Und "dabei ist auch keine gleichmäßige Wirkstoffabgabe gewährleistet“, erklärt Rößler. Er geht davon aus, dass es auch hier eine Lösung zur Einnahme wird.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL: im Fernsehen | 23.01.2017 | 19:30 Uhr