Kanadische Studie Kann die Legalisierung von Cannabis zu mehr Verkehrstoten führen?

Seit 2018 ist der Besitz von Cannabis legal in Kanada. Forschende aus dem nordamerikanischen Land haben nun untersucht, wie sich das auf die Verkehrsunfälle auswirkt – es kann tödliche Folgen haben.

Blutfleck, Kerze und Motorradhelm auf einer Straße
Bildrechte: imago images/McPHOTO

Die Wissenschaftler der McGill-Universität untersuchten dafür die Situation vor der Cannabis-Legalisierung 2018 und danach im Jahr 2019. Die Zahl der Konsumenten nahm in diesem Zeitraum von 14 auf 17 Prozent zu. Von denen mit Führerschein gaben 13 Prozent an, dass sie innerhalb von zwei Stunden nach dem Konsum mit dem Auto gefahren seien.

Kiffen kostet im kanadischen Verkehr 1,1 Milliarden pro Jahr

Erfahrungen aus den USA, wo in einigen Bundesstaaten der Cannabis-Konsum schon länger erlaubt ist, hätten einen kleinen, aber spürbaren Anstieg bei den Verkehrstoten ergeben, erklärten die Autoren. "Auf Kanada bezogen, könnte das 308 zusätzliche Tote im Straßenverkehr bedeuten", so die Co-Autorin Sarah Windle. Bei rund 1.900 Verkehrstoten pro Jahr in Kanada wäre das eine Steigerung um fast ein Sechstel.

Laut der im Fachmagazin "Canadian Medical Association Journal" erschienenen Studie könnten die Unfälle mit Cannabis allein in Kanada jährliche Kosten von 1,1 Milliarden Dollar verursachen. Die Forschenden sehen vor allem die Gesundheitsbranche in der Pflicht: "Ärzte und andere Experten sollten die Patienten über den sicheren Gebrauch von Cannabis-Produkten aufklären und dabei besonders darauf hinweisen, wie gefährlich das Autofahren unter Cannabis-Einfluss (und noch mehr in Verbindung mit Alkohol) sein kann und dass mindestens sechs Stunden zwischen dem Konsum und der nächsten Fahrt liegen sollten", betonen die Autoren. Aber auch gesetzliche Regeln und ein gesteigertes öffentliches Bewusstsein für die Probleme könnten die Zahl der THC-bedingten Unfälle verringern.

cdi

5 Kommentare

Heinz Berger vor 5 Tagen

Die akute Cannabiswirkung vermindert schon das Reaktionsvermögen (ungefähr vergleichbar, wie wenn jemand übernächtigt mit dem Auto fährt), weswegen es schon Sinn macht ein paar Stunden zu warten, bevor man sich wieder in ein KFZ sitzt. Falls Sie ein Schmerzpatient sein sollten und dauernd unter einem gewissen Einfluß von Substanzen stehen müssen, dann müssen Sie das entsprechend amtsärztlich abklären um da eine Ausnahme machen zu können und gilt dann auch nur bei verordneten Dosen. Falls Sie in einen Unfall verwickelt werden, haben Sie aber auch dann nicht so tolle Karten denke ich. Macht schon Sinn nüchtern zu fahren.

MDR-Team vor 6 Tagen

Hallo der Vielfaltige, nur weil sie ständig unter THC-Einfluss fahren und bisher noch nichts passiert ist, heißt das nicht, dass das bei anderen Konsumenten auch der Fall ist. Jeder Körper reagiert anders und man sollte nur fahrtüchtig am Straßenverkehr teilnehmen. Und das nicht nur für ihre eigene Sicherheit, sondern vor allem für die der Anderen. Liebe Grüße vom MDR-Wissen Team

wer auch immer vor 7 Tagen

Alkohol ist auch legal, Jeder weis das diese Substanz die Verkehrstüchtigkeit beeinflusst.
So ist es auch mit Cannabis.

Don't drink and drive !
Don't toke and drive!

LOGISCH !!!