Eine indische Rakete vom Typ GSLV Mk-III hebt ab.
Bildrechte: Indian Space Research Organisation ISRO

Sonde Chandrayaan-2 Indien ist am Montag zum Mond gestartet

Nach den USA, Russland und China will Indien das vierte Land der Welt werden, das mit einem Raumschiff den Mond erreicht. Am Montag startete eine Rakete mit der unbenannten Sonde Chandrayaan-2.

Eine indische Rakete vom Typ GSLV Mk-III hebt ab.
Bildrechte: Indian Space Research Organisation ISRO

Im zweiten Anlauf geglückt: Indien ist mit seiner Raumsonde Chandrayaan-2 am Montag ins All gestartet. Um 11.13 Uhr mitteluropäischer Zeit (14.43 Uhr vor Ort) hob die Rakete vom südindischen Sriharikota aus ab. Indiens Weltraumorganisation ISRO übertrug den Start über soziale Medien wie Youtube oder twitter ins Internet. Chandrayaan ist Sanskrit, klingt geheimnisvoll, heißt übersetzt allerdings schlicht Mondfahrzeug. Sollte die Mission wie geplant funktionieren, wäre Indien das vierte Land, dem eine weiche Landung auf dem Mond gelingt.

Als erste hatte das die Sowjetunion im Januar 1966 mit der Sonde Luna 9 geschafft. Die USA folgten im Mai des gleichen Jahres mit Surveyor 1. Erst am 3. Januar 2019 reihte sich China mit Chang’e 4 in diese Reihe ein. Den chinesischen Wissenschaftlern gelang dabei allerdings das technisch ausgesprochen schwierige Kunststück einer Landung auf der erdabgewandten Seite des Mondes.

Israel, das ebenfalls eine Sonde zum Mond geschickt hatte, scheiterte im April bei der Landung. "Beresheet" führte das Landemanöver nicht richtig aus und zerschellte an der Mondoberfläche.

Hoisting of Vikram lander during Chandrayaan2 spacecraft integration at launch centre
Die Mondlandesonde wird im Kopf der Rakete eingebaut. Bildrechte: Indian Space Research Organisation ISRO

Indiens Chandrayaan-2 soll im September den bislang kaum erforschten Südpol des Mondes erreichen. Dort soll der Lander der Mission die Oberfläche kartieren, ihre Zusammensetzung erforschen und dabei auch nach Wasser suchen. Die Mission kostet insgesamt rund 126 Millionen Euro. Die Sonde sollte ursprünglich bereits am 15. Juli starten, war aber aufgrund eines technischen Problems angebrochen worden.

Jetzt ist Indien mit seinem Raumschiff bereits zum zweiten Mal auf dem Weg zum Mond. Chandrayaan-1 umrundete den Trabanten bereits 2008 erfolgreich.

Mondmissionen heute und morgen

Folgende sieben Missionen sollen demnächst zum Mond starten oder haben sogar schon erste Schritte Richtung Mond gemacht - wenn auch nicht immer erfolgreich.

Chang'e-4 lunar probe
Die chinesische Weltraumagentur CNSA ließ die unbemannte Sonde „Chang’e 4“ auf der Rückseite des Mondes landen. Dort führen sie Experimente zur Vorbereitung einer bemannten Mondstation durch. 2030 soll die erste bemannte Mondmission folgen. Bildrechte: imago/Xinhua
Chang'e-4 lunar probe
Die chinesische Weltraumagentur CNSA ließ die unbemannte Sonde „Chang’e 4“ auf der Rückseite des Mondes landen. Dort führen sie Experimente zur Vorbereitung einer bemannten Mondstation durch. 2030 soll die erste bemannte Mondmission folgen. Bildrechte: imago/Xinhua
Visualisierung eines Raumschiffs.
Innerhalb der Mission Artemis nimmt die NASA mit der Superrakete SLS und dem Raumschiff Orion das Ziel den Mond wieder in Angriff. 2024 soll sich das erste bemannte Raumschiff auf den Weg machen. Unterstützt wird sie dabei unter anderem von der japanischen JAXA und der europäischen ESA. Bildrechte: NASA
Zeichnung eines Satelliten
Die von der südkoreanischen Raumfahrtagentur KARI entwickelte Sonde "Korea Pathfinder Lunar Orbiter" (KPLO) soll im Jahr 2020 mithilfe der SpaceX Rakete Falcon 9 zum Mond befördert werden. Bildrechte: Korea Aerospace Research Institute (KARI)
Israels Raumsonde Beresheet mit der SpaceIL Mondlandefähre wird von Opher Doron vorgestellt
Die Mondsonde „Beresheet“ der israelischen Firma SpaceIL erreichte 2019 mit Hilfe der SpaceX Rakete Falcon 9 den Mond, zerschellte aber an dessen Oberfläche. Ein neuer Versuch ist aber in Planung. Bildrechte: dpa
Ein Raumschiff im Weltall mit geöffneter Andockklappe.
Tesla-Gründer Elon Musk und sein privates Unternehmen "SpaceX" wollen mit der "Falcon Heavy" Rakete und der Kapsel "Crew Dragon" 2023 einen japanischen Milliardär und einige Künstler in Richtung Mond schicken. Bildrechte: NASA
Raumkapsel auf LKW mit jubelnder Menschenmenge davor.
Amazon Gründer Jeff Bezos und sein Unternehmen "Blue Origin" wollen zum Mond reisen, um dort zu bleiben. Dazu entwickelten sie die Landefähre "Blue Moon". Sie soll die Mondmissionen der NASA unterstützen. Bildrechte: Monroe Conner
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ens/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 15. Juli 2019 | 10:31 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Juli 2019, 10:09 Uhr