Kurz nach 18 Uhr füllte sich der Campus vor dem neuen Hörsaalgebäude mit Besuchern.
Die TU Chemnitz. Für sie gilt wie fü alle Unis: Kein Chef aus Ostdeutschland. Bildrechte: MDR/Sven Gleisberg

Studie Staatliche Unis: Keine Chefs aus Ostdeutschland

Was haben die staatlichen Universitäten in Deutschland gemeinsam? Keine von ihnen wird von einer Ostdeutschen oder einem Ostdeutschen geführt. Das zeigt eine aktuelle Studie des "Centrum für Hochschulentwicklung".

Kurz nach 18 Uhr füllte sich der Campus vor dem neuen Hörsaalgebäude mit Besuchern.
Die TU Chemnitz. Für sie gilt wie fü alle Unis: Kein Chef aus Ostdeutschland. Bildrechte: MDR/Sven Gleisberg

Männlich, deutsch und im Schnitt 59 Jahre alt – so sieht sie aus, die typische Leitung der 81 öffentlich-rechtlichen Hochschulen in Deutschland. Von den Rektoren und Präsidenten stammt jeder dritte aus Nordrhein-Westfalen aber keiner aus Ostdeutschland. Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) wertete für seine aktuelle Übersicht 2.500 Daten aus den staatlichen Unis aus, ausgenommen Kunsthochschulen.

Es ist nur eine Momentaufnahme – aber 30 Jahre nach der Wiedervereinigung ist eine Universitätslandschaft ohne Top-Führungskräfte mit ostdeutschen Wurzeln schon bemerkenswert.

Frank Ziegele, CHE Geschäftsführer

Statistik über Hochschulleitungen in Deutschland
Einige Ergebnisse der CHE-Untersuchung zu den Uni-Leitungen auf einen Blick. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Beim Geschlechterverhältnis zeigt sich eine leichte Entwicklung. Noch sind zwar 77 Prozent der Unileitungen Männer. Aber jede vierte der jetzigen Präsidentinnen und Rektorinnen ist allein im Jahr 2018 ins Amt gekommen. Deutlich mehr Vielfalt gibt es dagegen inzwischen bei der Ausbildung der heutigen Chefs, erklärt die Autorin der Studie Isabell Roessler: "Unter den heutigen Hochschulleitungen finden sich neben Juristen auch Sportwissenschaftler und ehemalige Lehramtsstudenten." Die Rekorinnen und Rektoren sind allerdings in der Unterzahl. 64 Prozent werden mit "Präsident/in" angeredet.

Die gesamte Publikation gibt es hier zum Download.

Über das CHE Das Centrum für Hochschulentwicklung setzt sich nach eigenen Worten "für ein leistungsstarkes und faires Hochschulsystem ein". Gesellschafter sind die die Bertelsmann Stiftung und die Stiftung zur Förderung der Hochschulrektorenkonferenz. Der Verein LobbyControl bewertet die Arbeit kritisch, zum einen durch die enge personelle und finanzielle Verbindung zur Bertelsmannstiftung. Und zum anderen, weil das CHE laut LobbyControl künstlich einen Wettbewerbsmarkt für Bildung propagiert.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL Radio | 07. Februar 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Februar 2019, 17:19 Uhr