Weltraumteleskop Hubble Made in China

In sechs Jahren will China sein eigenes Weltraumteleskop in der Umlaufbahn um die Erde positionieren. Es soll von der neuen chinesischen Raumstation aus operieren und mit 2,5 Gigapixel das Universum ablichten.

Hubble
Chinas Weltraumteleskop wird ähnlich groß wie das Hubble - hier auf der Aufnahme vom 25. April 1990, als es von der Discovery ins Weltall entlasen wird. Bildrechte: NASA

Der "Weltkongress der Astronomen“, der gerade in Wien stattfindet, war die Bühne für China, seine Pläne für ein eigenes Weltraumteleskop vorzustellen. Hu Zhan, Astronom der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, präsentierte die ersten Bilder und Daten. Hinter dem Projektnamen "Chinese Space Station – Optical Survey" (Chinesische Raumstation – optischer Überblick) verbirgt sich ein Teleskop mit einem zwei Meter großen Spiegel: Er ist etwas kleiner als der des Hubble-Teleskops, dafür aber mit einer Auflösung von 2,5 Gigapixel (Hubble: 16 Megapixel).

Im Gegensatz zu Hubble soll das chinesische Teleskop jedoch keine Einzelaufnahmen von Galaxien, Sternen oder Nebeln machen, sondern ein Gesamtbild des Universums liefern, also den Sternenhimmel durchmustern – und das in bisher nie gekannter Genauigkeit. Dabei soll es in der Lage sein, mit einer Aufnahme einen im Vergleich zu Hubble mehr als 300-fach größeren Bereich des Himmels zu erfassen. "Wir machen Himmelsdurchmusterungen über einen weiten Wellenlängenbereich vom nahen Ultraviolett bis zum Infrarot", so Hu Zhan. "Gleichzeitig nimmt das Teleskop auch noch die Spektren der Objekte auf."

2024 einsatzbereit

In sechs Jahren soll das Teleskop seine Arbeit beginnen. Im gleichen Orbit wie die chinesische Raumstation (340 bis 450 Kilometer), die bereits 2022 fertig gestellt werden soll. Dort soll das Teleskop als eigenes Modul auch für Wartungen andocken können.

Das Weltraumteleskop Hubble könnte zu diesem Zeitpunkt schon seinen Dienst eingestellt haben. Allerdings wäre sein Nachfolger, das James-Webb-Teleskop, dann bereits im All. Es soll nach derzeitigen Plänen 2020 starten. Anders als Hubble und das chinesische Teleskop wird es jedoch 1,5 Millionen Kilometer entfernt von der Erde am sogenannten Lagrange-Punkt 2 stationiert. Der liegt an einer günstigen Stelle, an der der Schatten der Erde das Licht der Sonne abschirmt und so optimale Beobachtungsbedingungen herschen. Auch die ESA hat dort bereits zwei Teleskope stationiert.

Dieses Thema im Programm: MDR Aktuell | Radio | 02. August 2018 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. August 2018, 17:04 Uhr