Corona-Forschung aktuell: 18. November Erfolgreicher Impfstofftest auch in China

Chinesische Forscher präsentieren Erfolg versprechende Daten einer Phase 1 und 2 Studie ihres Corona-Impfstoffs mit abgeschwächten Coronaviren. Und: Forscher aus Halle erhalten Geld für ihr neues Corona-Testverfahren.

Prof. Dr. Andrea Sinz
Dr. Andrea Sinz, Pharmazie-Professorin an der MLU und Expertin für Massenspektrometrie. Bildrechte: Uni Halle / Maike Glöckner

Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse über Corona

Immer mehr Impfstoffprojekte melden positive Zwischenergebnisse - damit rücken Fragen nach der richtigen Verteilung in den Vordergrund. Auch daneben finden Forscher immer mehr über das Coronavirus und seine Ausbreitung heraus. MDR Wissen verschafft Ihnen hier den Überblick über die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse.

Neuer Coronatest der Uni Halle: Bund stellt 200.000 für Markteinführung bereit

Bereits Anfang Mai hatten Forschende der Universität Halle einen neuen Ansatz für einen Corona-Test vorgestellt. Statt der bisher gängigen PCR-Methode können Proteine des Virus auch mit Hilfe eines Massenspektrometers nachgewiesen werden. Dafür müssen Testkandidaten lediglich einige Sekunden mit einer Kochsalzlösung gurgeln.

Um das Verfahren für den Praxistest einsatzfähig zu machen, stellt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie jetzt 200.000 Euro bereit. Mit dem Geld soll die Firma SunChrom aus Hessen ein Gerät zur Aufbereitung der Gurgelproben fertig entwickeln. Dadurch könnten die in den meisten medizinischen Laboren bereits vorhandenen Massenspektrometer für Corona-Tests genutzt werden. Die Testkapazitäten könnten so stark ausgebaut werden. Laut Professorin Andrea Sinz, die das Verfahren entwickelt hat, dauert der eigentliche Test damit nur wenige Sekunden und ist ähnlich spezifisch und sensitiv - also zuverlässig - wie der PCR-Test. Das Team geht davon aus, dass es noch ein knappes Jahr dauert, bis die Methode überall angewendet werden kann.

Antikörper und keine schweren Nebenwirkungen: Chinesischer Impfstoff besteht Phase 1 und 2

Eine chinesische Forschungsgruppe hat erste Ergebnisse zu ihrem Corona-Impfstoff CoronaVac vorgelegt. Der Impfstoff, der aus chemisch deaktivierten Coronaviren besteht, ist demnach sicher und führt zur Bildung von Antikörpern gegen das echte Virus. Die im Fachjournal The Lancet veröffentlichte Studie basiert auf klinischen Tests der Phase 1 und 2. Dabei geht es primär um die Verträglichkeit von Impfstoffkandidaten, noch nicht um ihre Wirksamkeit. Diese folgte erst in Tests der Phase 3, an der sehr viel mehr Testpersonen teilnehmen müssen.

An den CoronaVac-Tests, deren Ergebnisse jetzt veröffentlicht wurden, nahmen rund 750 Versuchspersonen im Alter von 18 bis 59 Jahren teil. Demnach konnten keine schwerwiegenden Nebenwirkungen festgestellt werden. Am häufigsten kam es zu Rötungen an der Einstichstelle der Spritze mit dem Impfstoffkandidaten. Alle Studienteilnehmer entwickelten neutralisierende Antikörper gegen Sars-CoV-2. Allerdings blieb deren Konzentration im Blut unter der, die bei Menschen gemessen werden konnte, die die Infektion tatsächlich durchgemacht hatten. Die Konzentration sei jedoch hoch genug gewesen, um vor dem Virus zu schützen, teilten die Forscher zu ihren Ergebnissen mit. Wie gut das wirklich funktioniert, kann aber erst die noch ausstehende klinische Phase 3 zeigen. Sie soll demnächst beginnen.

CoronaVac ist einer von derzeit 48 Impfstoffkandidaten gegen das neue Coronavirus. Ein Vorteil gegenüber den RNA-Impfstoffen von BioNTech und Moderna besteht laut den Forschern darin, dass der auf abgeschwächten Viren basierende Impfstoff bei Kühlschranktemperaturen stabil bleibt und so deutlich leichter transportiert werden kann.

(ens)

MDR Aktuell

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