Corona-Immunreaktion Covid-19: Antikörper retten Patienten in China

Chinesische Mediziner haben eine spezielle Antikörper-Therapie an Covid-19 Patienten getestet. Damit konnten sie tödliche Entzündungsreaktionen in der Lunge verhindern. Alle Probanden wurden geheilt.

Symbolbild: Impfung gegen Corona-Viren.
Symbolbild: Chinesische Forscher haben eine Therapie mit Antikörpern an Corona-Patienten getestet. Bildrechte: imago images/MiS

Viele Corona-Patienten sterben, weil ihr eigenes Immunsystem zu stark auf die Infektion mit Sars-CoV-2 reagiert. Ihre Lungen entzünden sich so stark, dass die Atemfunktion zusammenbricht. Chinesische Forscher berichten jetzt über eine sogenannte monoklonale Antikörpertherapie, die die Entzündungsreaktion verhindern und alle Probanden retten konnte.

Antikörper Tocilizumab verhinderte Entzündungsreaktion

Therapien mit Antikörpern basieren in der Regel auf gespendetem Blutplasma von genesenen Patienten. Diese haben im Kampf mit der Erkrankung Antikörper gebildet, die anderen Patienten helfen können, die Infektion zu überleben. Das Verfahren ist allerdings mit vielen Schwierigkeiten verbunden und gilt daher nur als Brückentechnologie, bis wirksame Medikamente und ein Impfstoff gegen das Sars-CoV-2-Virus entwickelt wurden. Monoclonal bedeutet, dass nur ein ganz bestimmter Antikörper eingesetzt wird.

Im Fall der jetzt in den Proceedings of the American Academy of Sciences (PNAS) veröffentlichten Studie war das der Antikörper Tocilizumab. Ein Team um die Mediziner Haiming Wei und Xiaoling Xu verabreichte Tocilizumab an insgesamt 21 Patienten im Alter zwischen 25 und 88 Jahren, die schwere Verläufe der Lungenkrankheit Covid-19 zeigten. 20 von ihren wurden bereits beatmet. Der Versuch fand in einer Klinik in der Anhui-Provinz statt.

Fieber war innerhalb eines Tages vorbei

Tocilizumab bindet sich an den IL-6-Rezeptor in den Lungenzellen. Dadurch verhindert er, dass sich eine hohe Zahl von Zytokinen an diese Rezeptoren binden können. Zytokine wie Interleukin-6 werden vom Körper produziert und sind die Marker für das Immunsystem. Sie lösen die Entzündung aus, die eigentlich Teil des Heilungsprozesses ist, bei einer überschießenden Reaktion aber zum Tod führen kann.

Vor der Behandlung hatten alle Patienten starkes Fieber und zeigten bereits Läsionen in der Lunge. Bei 17 war die Zahl der Lymphozyten deutlich unter das normale Niveau gefallen, bei 20 war die Zahl bestimmter Entzündungsmarker erhöht. Nach der Behandlung mit Tocilizumab sank bei allen Patienten innerhalb eines Tages die Körpertemperatur wieder unter die Fieberschwelle.

Alle Patienten wurden geheilt entlassen

Innerhalb von fünf Tagen konnte bei 15 Patienten die Sauerstoffzufuhr abgesenkt werden, die Lympthozyt- und Entzündingswerte normalisierten sich. Bei 19 Patienten verschwanden die Lungenläsionen. Alle Patienten wurden zwischen zehn und 31 Tage nach ihrer Aufnahme entlassen, Nebenwirkungen wurden nicht beobachtet.

Die Studie liefert weitere Hinweise dafür, dass Antikörpertherapien hilfreich sein können. Allerdings war auch hier die Zahl der Probanden gering und eine Kontrollgruppe fehlte.

1 Kommentar

part vor 21 Wochen

Offenbar haben auch in China die Vertreter der TCM das Nachsehen, wo doch schon seit 4000 Jahren artimisis annua eingesetzt wird um Viren abzublocken und Malaria zu bekämpfen. Auch die alten Griechen wussten cistus incanus zu schätzen als Heilpflanze, die neuerdings sogar gegen Krebs helfen soll. Besser die Immunabwehr ist immer bereit als nachträglich speziell angekurbelt zu werden.