Corona-Modellrechnungen Forscher: Nach Osterferien Beschränkungen lockern

Zwei Untersuchungen von Forschern der Max-Planck-Gesellschaft geben Anlass zur Hoffnung. Wir werden bald das Maximum der Krankheitszahlen erreicht haben und können absehbar die Beschränkungen abbauen, so die Berechnungen der Forscher.

Ein leerer Freisitz in der Stadt
Wann können wir die Beschränkungen lockern? Göttinger Forscher rechnen, dass wir in 10 Tagen langsam damit anfangen können. Bildrechte: Jan Härtel

Seit Mitte März simulieren Forscher am Göttinger Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation die Daten der Corona-Pandemie. Jetzt sehen sie eine ermutigende Entwicklung. Die Zahl der Corona-Infektionen wächst in Deutschland seit dem vergangenen Wochenende deutlich langsamer - eine klare Wirkung der Kontaktsperre vom 22. März.

Unsere Gesellschaft kann wirklich stolz darauf sein, dass sie diese Wende geschafft hat.

Viola Priesemann, Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Ohne die Beschränkungen ab Mitte März würden wir jetzt bereits 200.000 Infektionen haben, ergaben die Berechnungen. Dem Modell zufolge bewirken die jetzt geltenden Maßnahmen, dass die Anzahl an Neuerkrankungen mit Covid-19 in den kommenden zwei Wochen weiter absinken wird. Und dann könnte ab dem 18. April eine langsame Rückkehr zur Normalität beginnen.

"Ich finde es sehr ermutigend," so Viola Priesemann, die die Forschungsgruppe leitet, "dass wir mit einer starken Einschränkung, die in den kommenden zehn Tagen noch anhält, die Neuinfektionen soweit zurückdrängen könnten, dass wir danach mit Vorsicht, aber hoffentlich mit deutlich weniger Einschränkungen weitermachen können." Die Schulen in Mitteldeutschland bereiten sich bereits darauf vor, nach den Osterferien am 20. April wieder mit dem Unterricht zu beginnen - mit verschiedenen Szenarien.

Leipziger Mathematiker bestätigen positiven Trend

Auch die Forscher des Leipziger Max-Planck-Instituts für Mathematik in den Naturwissenschaften bestätigen die positiven Wirkungen der strengen Regelungen seit dem 22. März. Ihre Analyse (Stand 7. April) ergibt danach, dass die Ausbreitung der Infektion in Deutschland bei rund 120.000 bis 160.000 bestätigten Covid-19-Fällen zum Erliegen kommen könnte. Unter der Voraussetzung, dass die Sterblichkeitsrate weiterhin so niedrig bleiben sollte wie bislang, schätzen die Forscher mögliche Todesfälle derzeit auf etwa 4.000 bis 5.000.  

Die Leipziger sind jedoch vorsichtiger mit Entwarnungen. Ihre Prognose gelt nur unter der Bedingung, dass sich die Epidemie nicht wieder schneller ausbreitet, wie es in ihrer Mitteilung heißt. "Das ist nur zu erwarten, wenn die strikten Einschränkungen in der Wirtschaft sowie im sozialen Leben solange in Kraft bleiben, bis die Infektionszahlen nicht weiterwachsen."

Links zur Max-Planck-Gesellschaft

Die Informationen der Max-Planck-Gesellschaft zu den Modellrechnungen aus Göttingen können Sie hier und aus Leipzig hier nachlesen.

gp