Myo- und Perikarditis Herzmuskelentzündungen bei Teenagern seltener bei Booster Impfung

Bei jungen Männern kommt es besonders nach der zweiten Corona-Impfung in seltenen Fällen zur einer Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündung. Laut US-Daten ist dieses Risiko bei der Booster-Impfung wieder geringer.

Ein Arzt hört die Herztöne eines jungen Patienten ab
Starke Schmerzen in der Brust können auf Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündungen hinweisen. Bildrechte: dpa

Junge Männer haben ein zwar kleines aber durchaus bestehendes Risiko, nach einer Corona-Impfung an einer Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündung zu erkranken. Laut einer kürzlich durchgeführten Studie, die die Ergebnisse von mehr als 20 anderen Untersuchungen zusammenfasst, liegt es für Personen unter 30 Jahren bei 40,9 Fällen pro einer Million Impfdosen. Am häufigsten kam die Nebenwirkung nach der zweiten Impfdosis vor. Eine neue Analyse der US-Behörde CDC zeigt nun: Nach der Booster-Impfung sind Fälle wieder deutlich seltener.

Myokarditis und Perikarditis: Nach Zweitimpfung am häufigsten

Die Experten der CDC hatten zwischen dem 9. Dezember 2021 und dem 20. Februrar 2022 eingegangene Berichte über Myo- und Perikarditisfälle aus den Überwachungssystemen v-safe und VAERS analysiert. In dieser Zeit erhielten rund 2,8 Millionen US-Teenager eine Booster-Dosis. Insgesamt wurden 64 Fälle einer Myokarditis berichtet. Davon konnten 32 durch Mediziner offiziell bestätigt werden. In allen diesen 32 Fällen waren Jungen betroffen. 27 mussten in Kliniken behandelt werden, alle wurden als genesen oder auf dem Weg der Besserung wieder entlassen.

Aus den Daten ergibt sich eine rechnerische Häufigkeit von 11,4 Fällen von Myokarditis pro eine Million Impfungen bei Jungen im Alter von 12 bis 17 Jahren. Das ist erheblich weniger als nach der zweiten Impfdosis. Da lag die Rate der Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen bei 12- bis 15-jährigen Jungen bei 70,7 Fällen, für die 16- und 17-Jährigen sogar bei 105,9 Fällen pro eine Million Impfdosen.

Nebenwirkung sehr selten

Die Experten raten Ärzten und Eltern dazu, auf die Reaktionen ihrer Kinder zu achten. Gewöhnlich seien vor allem Schmerzen an der Einstichstelle, Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen. Eine Myo- oder Perikarditis dagegen seien sehr selten. Ein Hinweis darauf könnten starke Schmerzen in der Brust sein. In diesem Fall sollen Ärzte rasch mit der Behandlung beginnen und die Jungen für einige Zeit schwere körperliche Belastungen vermeiden.

(ens)

7 Kommentare

MDR-Team vor 33 Wochen

Hallo Rotti,
keine Impfung ist Nebenwirkungsfrei. Sicher können Sie belegen, wann Herr Lauterbach das angeblich gesagt hat.
Alle Impfstoffe durchlaufen dasselbe mehrstufige Verfahren, bei dem die Hersteller die Wirksamkeit und auch die Sicherheit des Impfstoffs nachweisen müssen. Jeder Impfstoff muss unbedenklich, sicher, wirksam und gut erprobt sein, bevor er eine Marktzulassung in der EU bzw. in Deutschland erhält. Eine Voraussetzung für die Zulassung eines Impfstoffs ist, das der Nutzen der Impfungen bei weitem mögliche Risiken überwiegt. Eine Karditis kann als sehr seltene Nebenwirkung einer Impfung auftreten, nicht nur bei der Impfung gegen SARS-CoV-2. Das Myokarditis-Risiko durch eine Covid-19-Erkrankung ist allerdings mindestens um das Vierfache höher als das einer impfbedingten Herzmuskelentzündung. Die hier angesprochene Studie legt nun nahe, dass das geringe Risiko einer impfbedingten Herzmuskelentzündung bei der Booster-Impfung nochmals kleiner ist.

Rotti vor 33 Wochen

War es nicht der jetzige Gesundheitsminister, der behauptet hatte, dass diese Corona-Impfungen nebenwirkungsfrei seien?
Warum beendet man in Anbetracht solcher schlimmen Gefahren nicht sofort die sogenannte einrichtungsbezogene Impfpflicht? Warum?

MDR-Team vor 33 Wochen

Hallo hansfriederleistner,
ist Ihnen bewusst, dass auch eine Corona-Infektion eine Karditis auslösen kann? Das Myokarditis-Risiko durch eine Covid-19-Erkrankung ist mindestens um das Vierfache höher als das einer impfbedingten Herzmuskelentzündung, wie Studien aus den USA, Großbritannien und Israel zeigen. Dazu kommen zahlreiche andere Risiken schwerwiegender Komplikationen durch eine Sars-CoV-2-Infektion, die durch eine Impfung minimiert werden können. Nach rund
11,5 Milliarden verabreichte Impfdosen weltweit und zahlreichen Studien ist eines absolut sicher: Der Nutzen der Impfung ist um ein Vielfaches höher, als deren Risiken. Und durch die Impfung wird das Risiko einer Ansteckung deutlich und das Risiko eines schweren Verlaufs sehr deutlich gesenkt. Expertinnen und Experten der Deutschen Herzstiftung appellieren daher, dass sich besonders Ältere und Personen mit einem erhöhten Risiko für schwere Verläufe impfen lassen oder ihren Impfschutz auffrischen lassen sollten.