Covid-19 Forscher: Lambda wahrscheinlich schwächer als Delta-Variante

Ein Laborversuch aus Japan weckte Befürchtungen: Kommt nach der Corona-Delta-Variante eine noch aggressivere Lambda-Variante, an der schon CureVac gescheitert ist? Wissenschaftler beruhigen jetzt allerdings.

Coronavirus-Modell, Lambda-Variante C.37
Die Lambda-Variante des Coronavirus ist offenbar nicht so ansteckend und immunresistent wie Delta. (Symbolfoto) Bildrechte: imago images/Christian Ohde

Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, macht sich keine Sorgen über die Lambda-Variante des Coronavirus. Eine noch nicht begutachtete Studie aus Japan hatte für eine kurze Beunruhigung gesorgt. In einer Zellkultur konnte eine mit dem Lambda-Spikeprotein ausgestattete Variante von Sars-CoV-2 etwas besser Zellen infizieren und Antikörpern etwas besser ausweichen. Mit Blick auf die als Preprint veröffentlichten Daten sagte Watzl der Deutschen Presseagentur, Daten aus Japan würden derzeit überinterpretiert. Der Begriff Immunresistenz im Titel der Arbeit sei "bezogen auf die gezeigten Daten schlicht falsch".

WHO: Keine starke Ausbreitung von Lambda

Verglichen mit der Deltavariante scheint Lambda sogar weniger ansteckend und weniger immunausweichend zu sein. Dementsprechend kann die Weltgesundheitsorganisation (WHO) derzeit keine besonders starke Ausbreitung von Lambda beobachten. Covid-19-Expertin Maria van Kerkhove sagte am Mittwoch: "Es geht nicht wirklich hoch, selbst in Peru nicht, wo die Variante zuerst entdeckt wurde." Peruanischen Behörden zufolge werde die Lambda-Variante in dem Südamerikanischen Land derzeit von Gamma verdrängt.

Lambda hatte zuerst durch die gescheiterte klinische Studie des deutschen Impfstoffherstellers CureVac auf sich aufmerksam gemacht. Die in einigen Regionen Südamerikas zu dieser Zeit vorherrschende Virusvariante war für 28 Prozent aller Infektionen in der Versuchsgruppe von CureVac verantwortlich.

(ens/dpa)

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