Sars-CoV-2 Corona: Desinfektion mit tragbarem UV-Gerät

Spezielle ultraviolette Strahlung kann Sars-CoV-2 auf Gegenständen abtöten, ist aber schwierig zu erzeugen. Ein internationales Forscherteam hat nun einen wichtigen Schritt gemacht auf dem Weg zu einem tragbaren UV-Desinfektionsgerät.

UV Desinfektionslampe im Einsatz
Bildrechte: imago images/UPI Photo

Die Wissenschaftler aus den USA und Japan veröffentlichten ihre Studie im Fachmagazin "Communication Physics". Darin erklären sie wie die Produktion eines tragbaren Geräts (Handheld) mit LED-Technik, das hochintensive Leicht-UV-Strahlen aussendet, prinzipiell möglich wäre. Letztlich ließe sich damit das neuartige Corona-Virus wirkungsvoll abtöten.

Transparenz-Problem bei Dioden

Das Problem dabei ist die nötige Dosis an UV-Strahlen, die erzeugt werden muss. Das funktioniert zwar mit bereits existierenden speziellen UV-Licht-emittierenden Dioden, doch diese müssen so umgewandelt werden, dass sie transparent genug sind, um die ultravioletten Strahlen auch komplett durchzulassen.

"Man muss sichergehen, eine UV-Licht-Dosis zu produzieren, die wirklich alle Erreger zu tötet", erklärt Roman Engel-Herbert von der an der Studie beteiligten Penn State University. Dafür müsse man ein Hochleistungs-UV-LED bauen, was bei der aktuellen Technik für transparente Elektroden schwierig ist, sagt der Physiker, der an der Uni Jena sein Diplom ablegte. Tatsächlich kannte man bisher einfach kein gutes Material für UV-transparente Elektroden, stellt sein Penn-State-Kollege Joseph Roth fest.

Herstellung künftig auch im industriellen Maßstab möglich

Nach längerer Suche entdeckten die Experten in dem Material Strontium-Niobat einen möglichen transparenten Leiter. Hier kamen nun die japanischen Forscher ins Spiel, die bereits Erfahrung mit Strontium-Niobat hatten. Zusammen wurde ein Film auf Basis des Materials entwickelt - und für tauglich als transparenter UV-Leiter befunden.

Mit der sogenannten Sputter-Technik könnten die Strontium-Niobat-Filme künftig auch in einem industriellen Maßstab produziert werden. UV-Desinfektionsgeräte, die in ein großer Zahl kostengünstig hergestellt werden können, würden damit möglich - ein wichtiges Mittel im Kampf gegen das Corona-Virus.

Unser erster Antrieb für die Entwicklung eines UV-transparenten Leiters war eine billige Lösung für die Desinfektion von Wasser. Jetzt stellen wir fest, dass unsere Entdeckung auch das Corona-Virus in Aerolen abtöten könnte, die zum Beispiel in Klimaanlagen in Gebäuden verbreitet werden.

Joseph Roth, Co-Autor der Studie

Technik nicht für Desinfektion von Menschen geeignet

Auch an anderen belebten Orten wie Theatern, Sportstadien oder öffentlichen Verkehrsmitteln könne die neue UV-Technik künftig zur Desinfektion benutzt werden, schreiben die Forscher. Allerdings nur für Dinge und nicht für Menschen, wie auch das Bundesamt für Strahlungsschutz (BfS) betont. Das BFS warnt dazu eindringlich, dass UV-Strahlung nicht zur Heilung von COVID-19 geeignet ist.

Die Experten bezogen sich damit auch auf Aussagen von US-Präsident Donald Trump, dass starkes Licht gegen das Corona-Virus helfe. "Im Gegenteil: UV-Strahlung kann unter anderem dazu führen, dass die körpereigene Immunabwehr unterdrückt wird", heißt es dazu beim BfS. "Wer krank ist, sollte darum besser nicht in die pralle Sonne – egal bei welcher Erkrankung."

cdi

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