Covid-19 Schutz vor Reinfektionen: Booster-Impfungen vor allem in Pflegeeinrichtungen wichtig

Eine Datenanalyse aus den USA zeigt: Schon vor der Omikron-Welle hatten Bewohner und Mitarbeiter von Pflegeeinrichtungen ein hohes Risiko von Reinfektionen. Impfungen konnten es halbieren.

 Altenpfleger mit Corona-Maske bei der Arbeit mit Patient in haeuslichen Umfeld Heidelberg
Altenpfleger und Senior (Symbolfoto): Besonders in Pflegeeinrichtungen haben Bewohner und Mitarbeiter ein hohes Risiko, sich mehrfach mit Covid-19 zu infizieren. Bildrechte: imago images/photothek

Altenpflegeheime stehen seit Beginn der Coronapandemie im Fokus der Aufmerksamkeit: Kommt es zu einem Ausbruch von Covid-19, stecken sich rasch alle Bewohner und oft auch die Mitarbeitenden an. Und oft sterben auch viele Betroffene dabei, da mit dem Alter auch das Risiko auf tödliche Corona-Verläufe steigt. Umso wichtiger ist, bei überstandenen Infektionen weitere, erneute Ansteckungen zu verhindern. Und dazu können Booster-Impfungen beitragen, zeigt jetzt eine neue Studie aus den USA.

Hohes Risiko von wiederholten Corona-Ausbrüchen in Pflegeeinrichtungen

Joseph Hogan und Kollegen von der Brown University im US-Bundesstaat Rhode Island haben Daten von Infektionen und Reinfektionen in Langzeitpflegeeinrichtungen ausgewertet und mit dem Risiko einer wiederholten Covid-19 in der generellen Bevölkerung verglichen. Da sich die Untersuchung auf den Zeitraum März 2020 bis Dezember 2021 bezieht, wurde hier vor allem die Zeit vor der Omikron-Variante betrachtet.

Allerdings zeigte sich, dass in Pflegeheimen das Risiko einer erneuten Ansteckung schon damals erheblich war. Unter 3.124 Bewohnern (Durchschnittsalter 81 Jahre, Frauenanteil 53,5 Prozent) hatten diejenigen, die sich nach einer überstandenen Infektion nicht impfen ließen, ein Risiko von 13 Prozent, sich innerhalb von neun Monaten erneut anzustecken. Mit zehn Prozent lag dieses Risiko bei den 2.877 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Einrichtungen kaum niedriger, obwohl das Durchschnittsalter mit 41 Jahren deutlich jünger war (Frauenanteil hier 76 Prozent).

Zum Vergleich: Bei den 94.516 Angehörigen der allgemeinen Bevölkerung (Durchschnittsalter 35 Jahre, Frauenanteil 47,6 Prozent) lag das Risiko einer erneuten Ansteckung ohne Impfung (vor Omikron) bei gerade 1,9 Prozent.

Zweifache Impfung nach Genesung schützt von Reinfektion

In einem nächsten Schritt betrachteten die Wissenschaftler, die Auswirkungen von einer oder zwei Impfdosen nach der Genesung. Eine zweifache Impfung führte demnach sowohl bei den Mitarbeitern als auch den Bewohnern der Pflegeeinrichtung zu einer Halbierung des Risikos einer erneuten Ansteckung. Oder umgekehrt verschaffte eine Impfung einen Schutz von 49 Prozent. In der allgemeinen Bevölkerung war diese Schutzwirkung mit 62 Prozent sogar noch besser.

(ens)