Täglich aktualisierte interaktive Übersichten Corona und die aktuelle Lage auf den Intensivstationen

Wann ist der Punkt erreicht, dass die Intensivstationen so überlastet sind, dass dort nicht mehr allen Patienten die nötige Behandlung zukommen kann? Die Karten und Diagramme in diesem Artikel sollen so viel Aufschluss wie möglich darüber geben. Aus ihnen lassen sich aktuelle Zahlen und mittelfristige Tendenzen ablesen.

Diagramm-Erklärungen

Erklärungen zu jedem Diagramm erhalten Sie, wenn Sie die Fragestellung über dem Diagramm aufklappen.

Wie ist die aktuelle Auslastung der Intensivstationen?

Die folgende Karte zeigt, wie stark die Intensivstationen in den einzelnen Kreisen Deutschlands tagesaktuell ausgelastet sind. Je dunkler ein Kreis eingefärbt ist, umso voller sind seine Intensivstationen.
Sie als Nutzer(in) können jeden einzelnen Kreis anklicken, um dessen genaue Werte angezeigt zu bekommen.

Wie viele Covid-19-Patienten liegen tatsächlich auf Deutschlands Intensivstationen?

Das folgende Diagramm zeigt, wie viele beatmete (rot) und wie viele nicht beatmete (gelb) Covid-19-Patienten in den vergangenen 60 Tagen auf den Intensivstationen lagen.
Sie als Nutzer(in) haben die Wahl, ob sie sich die Werte für ganz Deutschland oder jedes beliebige Bundesland anzeigen lassen.

Wie wirkt sich das auf die Anzahl der freien Betten aus?

Im folgenden 60-Tage-Diagramm werden beatmete und nicht beatmete Covid-19-Patienten zusammengefasst (orange). Dieser Kurve wird die Kurve der als frei gemeldeten Betten entgegengestellt (türkis).
Wieder haben Sie als Nutzer(in) die Wahl, ob sie sich die Werte für ganz Deutschland oder jedes beliebige Bundesland anzeigen lassen.

Kann man das auch prozentual/anteilig veranschaulichen?

Das nächste Diagramm beruht auf denselben Werten wie das vorherige, nur werden die Werte diesmal prozentual, also anteilig dargestellt. Es werden alle Intensivpatienten außer Betracht gelassen, die nichts mit Covid-19 zu tun haben.
In wie viel Prozent der restlichen Betten liegen Covid-19-Patienten, und wie viel Prozent gelten als frei?

In welchen Bundesländern ist der Anteil von Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen am höchsten?

Je dunkler ein Bundesland auf der folgenden Karte eingefärbt ist, umso höher ist dort der Covid-19-Anteil an allen Intensivpatienten. Auf diese Art lässt sich tagesaktuell veranschaulichen, in welchen Bundesländern die Intensivstationen stark oder weniger stark von Covid-19 betroffen sind.

Wann und wie wirken sich Anstiege und Rückgänge bei den Neuinfektionen auf Intensivstationen und Todeszahlen aus?

Das folgende Diagramm zeigt drei Linien, die aber alle unterschiedliche y-Achsen haben. Das heißt, die Kurven haben in der Höhe nicht denselben Maßstab (denn natürlich gibt es weit mehr Neuinfektionen als Intensivpatienten und deutlich mehr Intensivpatienten als Tote). In dieser angepassten Darstellungsform wird besser sichtbar, wann und wie es sich bei Intensivpatienten- und Todeszahlen bemerkbar macht, wenn die Zahl der Neuinfektionen steigt, gleich bleibt oder sinkt. Das Diagramm zeigt die Kurven für vom RKI gemeldete Neuinfektionen im Sieben-Tage-Durchschnitt (gelb), für die vom Intensivregister gemeldete Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen (rot) und für vom RKI gemeldete Covid-19-Tote im Sieben-Tage-Durchschnitt (schwarz). Es sind die Zahlen für ganz Deutschland seit dem 1. September 2020.

Was ist mit den anderen Intensivpatienten? Gibt es in Covid-19-Zeiten weniger?

Es kann verschiedene Gründe haben, wenn die Zahl der "sonstigen" Intensivpatienten rückläufig ist, zum Beispiel verschobene Operationen oder weniger Verkehrsunfälle in Lockdown-Zeiten.
Das folgende Diagramm kann die möglichen Gründe nicht veranschaulichen, aber es zeigt die Anzahl der "sonstigen" Intensivpatienten (grau) und der Covid-19-Intensivpatienten (orange) als gestapelte Balken, sodass aus der Gesamthöhe der Balken auch ersichtlich ist, wie viele Intensivbetten insgesamt in den vergangenen 60 Tagen belegt waren.
(Aus diesen Werten kann man aber keine Rückschlüsse auf die Anzahl der Betten, "die frei sein müssten", ziehen. Das liegt vor allem daran, dass Covid-19-Patienten deutlich pflegeintensiver sind als andere Intensivpatienten.)

Anmerkungen

Die diesen Karten und Diagrammen zugrunde liegenden Zahlen stammen vom DIVI-Intensivregister, dem die Zahlen wiederum jeden Tag von mehr als 1.500 Intensiv-Bereichen deutscher Krankenhäuser gemeldet werden. Die Krankenhäuser sind angehalten, nur wirklich betreibbare Betten (in Sachen Ausrüstung und Personal) als frei zu melden. Wie sie sich daran halten, liegt im Verwantwortungsbereich jeder einzelnen Klinik.

(RR)

42 Kommentare

Ritter Runkel vor 4 Wochen

Der Deutschlandfunk setzt Maßstäbe in Sachen objektiver Coronaberichterstattung!
Hier ein Gespräch mit dem Medizinstatistiker Gerd Antes:
"Statistiker zu Coronazahlen„Wir sind immer noch im Blindflug unterwegs“".

https://www.deutschlandfunk.de/statistiker-zu-coronazahlen-wir-sind-immer-noch-im.694.de.html?dram:article_id=490291

part vor 8 Wochen

Ich kann es nicht mehr hören mit dem Fehlen von Intensivbetten, wobei nur es nur an der Anzahl der Betreuer fehlt aber die technische Infrastruktur an jedem Krankenbett fast vorhanden ist, genauer Hinschauen lohnt sich, besonders bei den Anschlusssystemen für Beatmung. Eine privatisierte Gesundheitsgesellschaft gerät nun an ihre Grenzen, weil Gesundheitskonzerne an der Börse mithalten wollen und der Staat diese Misswirtschaft fördert durch Subventionen anstatt, das Problem durch die Beendigung von ungesunder Subsidiarität zu beseitigen. Der wirklich Kranke in dieser Gesellschaft ist das Gesundheitssystem, wo vielleicht Privatpatienten nicht mehr ausreichend versorgt werden können, sollte es zu einer richtigen Pandemie kommen.

MDR-Team vor 8 Wochen

@jay
schauen Sie mal hier: https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Navigation/Statistiken/Themen-im-Fokus/Corona/Corona-Nav.html
Laut der Bundesagentur für Arbeit waren 2020 über 900.000 Personen aus dem Gesundheits- und Sozialwesen von Kurzarbeit betroffen. Es ist jedoch nicht davon auszugehen, dass es sich hier tatsächlich und ausschließlich um medizinisches Fachpersonal handelt.