Covid-19 RKI: Gesundheitsgefahr für Bevölkerung erstmals seit November nicht mehr "sehr hoch"

Nach dem stetigen Sinken der Pandemie-Zahlen (Infizierte, Patienten, Tote) hat das RKI auch den Status der Covid-19-Gesundheitsgefährdung für die Bevölkerung herabgesetzt. Aus "sehr hoch" wurde "hoch" – zum ersten Mal, seit Omikron vorherrscht und sogar früher im Jahr als 2021.
Ein Hinweis, dass die Pandemie bald vorbei ist, ist das aber noch nicht.

Omikron BA.4 und BA.5
Trotz der hohen Übertragbarkeit von Omikron sind die wichtigsten Kennzahlen der Pandemie so weit gesunken, dass das RKI den Gefährdungsgrad der Bevölkerung nicht mehr als "sehr hoch" einstuft - allerdings immer noch als "hoch". Bildrechte: IMAGO / Bihlmayerfotografie

Das Robert Koch-Institut hat den Status der Gesundheitsgefährdung für die Bevölkerung durch Covid-19 von der allerhöchsten Stufe herabgesenkt. Das war auch im vergangenen Jahr so, als es wärmer wurde, das Virus sich nicht mehr so stark ausbreitete und Infektions-, Patienten- sowie Todeszahlen sanken. Allerdings auf völlig anderem Niveau.

Zum Vergleich: Die aktuellen Infektionszahlen (Stand 9. Mai) sind etwa so hoch wie auf dem Höhepunkt der Delta-Welle im November, also deutlich höher als im Frühjahr 2021. Damals senkte das RKI den Gefährdungsstatus erst am 1. Juni, bei einer Inzidenz von unter 40. In diesem Jahr passierte dieser Schritt nun etwa vier Wochen früher bei einer Inzidenz von deutlich über 500 – wie passt das zusammen?

Viel weniger schwere Verläufe

Die Antwort liegt natürlich in den viel weniger gewordenen schweren Verläufen als vor einem Jahr. Durch die "mildere" Omikron-Variante und den stark verbesserten Impfstatus der Bevölkerung ähneln die derzeitigen Zahlen von Intensivpatienten und Toten tatsächlich denen, als das RKI Anfang Juni 2021 nicht mehr von einer "sehr hohen" Gefährdung sprach.

Vorerst keine Impfstatus-Unterschiede

Interessant zu beobachten ist, dass das RKI nun erstmals seit vielen Monaten den Impfstatus der Menschen nicht mehr als Kriterium benutzt, um den Gefährdungsgrad zu unterscheiden. Im Sommer 2021 begann eine solche Unterscheidung, der Gefährdungsgrad für Un- oder nicht vollständig Geimpfte lautete damals "hoch", ab November "sehr hoch". Für vollständig Geimpfte war es erst "moderat", dann "hoch". Ende Dezember kam dann noch die Gruppe der Geboosterten hinzu. Vom 30.12.2021 bis Anfang Mai 2022 galt dann durchgängig folgende Abstufung der Gefährdungslage:

Insgesamt: sehr hoch
Unvollständig oder gar nicht geimpft: sehr hoch
Genesen oder grundimmunisiert: hoch
Geboostert: moderat

Doch diese Unterscheidungen gibt es nun – zumindest vorerst – nicht mehr. Zum Gefährdungsgrad heißt es im aktuellen Wochenbericht nur noch:

Insgesamt: hoch

Aber "hoch" ist eben noch nicht "moderat", geschweige denn "niedrig". Die Lage hat sich verbessert, aber die Pandemie ist noch nicht vorbei. Und selbst wenn die Tendenz anhält und Corona im Sommer nur eine untergeordnete Rolle spielen sollte, kann im Herbst und Winter schon wieder alles anders werden.

(rr)