Andrea Sinz Hallische Forscherin: neuer Test für Corona

Bisher wird Corona über PCR-Tests nachgewiesen. Eine Hallische Arbeitsgruppe hat jetzt ein Massenspektrometer genutzt und ebenfalls Virusproteine finden können. Daraus könnte eine weitere Testmethode entstehen.

Prof. Dr. Andrea Sinz
Andrea Sinz hat mit ihren Kollegen möglicherweise eine neue Methode zum Nachweis von Corona entwickelt. Die Forscher konnten Proteine der Viren mit einem Massenspektrometer nachweisen. Bildrechte: Uni Halle / Maike Glöckner

Professorin Andrea Sinz ist Expertin für Massenspektrometrie. Mit dieser Methode können die Massen von Atomen und Molekülen genau gemessen werden. Und es können offenbar auch die Bausteine des neuen Cornavirus in einer Speichelprobe gefunden werden. Das beschreiben Sinz und ihre Mitarbeiter in einem neuen Forschungsaufsatz. Noch ist nicht sicher, ob das Verfahren zuverlässig funktioniert. Sollte das aber der Fall sein, könnte es die bisher üblichen PCR-Tests ergänzen.

Virusproteine konnten mit Massenspektrometer nachgewiesen werden

Bei einer Massenspektrometrie wird eine Probe in gasförmigen Zustand gebracht und in einem elektrischen Feld analysiert. So können die einzelnen Bestandteile unterschieden werden. Im Fall der Arbeit aus Halle haben die Wissenschaftler das mit einer Lösung getan, mit der an der Lungenkranheit Covid-19 infizierte Patienten gegurgelt hatten. Die Schwierigkeit: In der Probe fanden sich nur geringe Mengen Virusproteine, aber jede Menge Eiweiße vom Menschen.

"Wir haben nur sehr wenig von der Gurgellösung erhalten. Aber wir haben trotzdem Bestandteile der Virusproteine gefunden", sagt Sinz. "Das war ziemlich überraschend, ich habe selbst nicht damit gerechnet, dass das wirklich funktioniert." In einem nächsten Schritt muss jetzt geprüft werden, ob diese Tests wirklich zuverlässig sind. Sollte das gelingen, könnten sie in mehreren Monaten die bisher gängigen PCR-Tests ergänzen und so die Testkapazität erhöhen.

Testkapazitäten zentral für Lockerung

Sinz' Forschungsgruppe arbeitet dazu eng in einem europaweiten Netzwerk "Covid-19 MS Coalition" mit anderen Wissenschaftlern zusammen. Gemeinsam sollen so neue Diagnosemöglichkeiten entwickelt werden. Neben der Entwicklung eines Impfstoffs gelten ausreichende Kapazitäten für massenhafte Coronatests als zentraler Baustein für die Möglichkeit, die Schutzmaßnahmen weiter zu lockern.

(ens)