Weltwassertag Wird Corona durch Trinkwasser übertragen?

Viele Krankheitserreger werden durch Wasser übertragen, vor allem wenn es verunreinigt und nicht aufbereitet ist. Auch in dem Sprühnebel, der etwa durch Rutschen in Schwimmbädern ensteht, sind Keime enthalten, die eingeatmet werden. Doch unser Trinkwasser wird streng kontrolliert. Eine Ansteckung auf diesem Wege mit SARS-CoV-2 hält das Umweltbundesamt daher für höchst unwahrscheinlich.

Eine Frau trinkt Wasser aus einem Glas.
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Der 22. März ist Weltwassertag der Vereinten Nationen - ein Anlass zu fragen, wie es um unser Wasser in Deutschland bestellt ist und derzeit vor allem: Können wir uns durch unser Trinkwasser mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 anstecken? Immerhin kommen im Wasser immer wieder Krankheitserreger vor.

Keime vor allem in verunreinigten Gewässern, Schwimmbädern und Autowaschanlagen

Grundsätzlich können Krankheitserreger auch im Trinkwasser vorkommen. Selbst wenn dieses Lebensmittel in Deutschland streng kontrolliert und geschützt wird, sind vor allem veraltete Rohrsysteme in Häusern eine Gefahr für Verunreinigung, vor allem durch Bakterien. Auch natürliche Gewässer und Brunnenwasser können Keime enthalten. Im Schwimmbädern halten sich Mikroorganismen vor allem im feinen Sprühnebel von Wasserrutschen und Wasserfällen. Wird der eingeatmet, ist eine Infektion möglich. Das trifft auch auf Duschen und Autowaschanlagen zu. Besonders wohl in solcher Umgebung fühlen sich Salmonellen, Campylobacter und EHEC, die Durchfallerkrankungen auslösen und Legionellen und Pseumonaden, die grippeartige Symptome bis hin zur Lungenentzündung verursachen.

Umweltbundesamt: Ansteckung mit SARS-CoV-2 durch Trinkwasser höchst unwahrscheinlich

Für unser Trinkwasser gibt das Umweltbundesamt im Hinblick auf SARS-CoV-2 derzeit Entwarnung. Das Leitungswasser sei sehr gut gegen alle Viren, einschließlich des Coronavirus geschützt und könne bedenkenlos getrunken werden. Die Trinkwasseraufbereiter sorgten in einem mehrstufigen Verfahren dafür, dass möglichst alle Krankheitserreger und Schadstoffe aus dem Wasser entfernt würden. In Oberflächengewässern wie Seen und Flüssen kann das Virus zwar vorkommen, allerdings nur mit einer Überlebenschance von wenigen Stunden, so Virologe Alexander Kekulé.

Corona verstehen mit Kekulé
Alexander Kekulé, Corona-Experte Bildrechte: MDR/dpa

In sterilem, leicht gesalzenem Wasser überlebt SARS-CoV-2 länger - gut gekühlt oder tiefgefroren sogar mehrere Wochen und Monate.

Alexander Kekulé, Virologe

Übertragungswege: Zwischenmenschlicher Kontakt und kontaminierte Flächen

Nach jetzigen Kenntnisstand wird das neuartige Coronavirus direkt von Mensch zu Mensch übertragen. Außerdem besteht Ansteckungsgefahr, wenn der Erreger von einer verunreinigten Fläche über Berührung an die Schleimhäute und von dort ins Körperinnere gelangt. Das betrifft vor allem Mund-, Nasenschleimhaut sowie die Atemwege.

Leipzig warnt vor betrügerischen Probenehmern

Offenbar nutzen jedoch Betrüger die Unsicherheit, und versuchen, sich als Probenehmer der Wasserwerke Zugang zu Wohnungen zu verschaffen. Dazu schreiben die Leipziger Wasserwerke: "Es finden derzeit keine verstärkten Probenahmen bei Kunden im Zuge des Coronavirus statt. Die Leipziger Wasserwerke kontrollieren und beproben das Trinkwasser wie üblich an festgelegten Entnahmestellen in den Wasserwerken und im gesamten Netz mit eigenen Mitarbeitern, die sich dafür auch ausweisen können.

Zudem finden im privaten Bereich Probenahmen nicht ohne vorherige Terminvereinbarung mit dem Grundstückseigentümer oder Vermieter statt. Das gilt im Übrigen für alle Unternehmen der Leipziger Gruppe und deren Services im Kundenbereich. Haustürgeschäfte finden ausdrücklich nicht statt."

krm

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