Covid-19 B.1.1.7 Corona-Mutante möglicherweise auch ansteckender für Haustiere

Aus England gibt es erste Hinweise, dass die neue Corona-Mutation B.1.1.7 auch leichter auf Katzen und Hunde übertragen werden kann – und dass das Virus dort ernsthafte Herzprobleme auslöst.

Eine Katze
Eine Katze, die sich in eine Corona-Maske gekuschelt hat (Symbolfoto): Die neuen Mutanten des Virus könnten auch für Haustiere ansteckender sein, zeigt eine Untersuchung aus Frankreich und Großbritannien. Bildrechte: IMAGO / Hans Lucas

Seit Beginn der Pandemie wissen Experten: Das neue Coronavirus Sars-CoV-2 stammt aus dem Tierreich, höchstwahrscheinlich aus Fledermäusen. Früh war daher auch die Frage im Fokus: Können Menschen Corona an ihre Haustiere weitergeben und tragen Katzen und Hunde das Virus dann weiter? Bereits im Frühjahr 2020 wurden Fälle von Katzen, Hunden und in einem Fall auch von einem Tiger in einem New Yorker Zoo gemeldet, die sich bei Menschen mit Covid-19 angesteckt hatten. Die Infektionen galten allerdings meist als harmlos, die Gefahr für andere Menschen als gering. Doch das könnte sich mit dem Auftauchen der neuen Corona-Mutante B.1.1.7 nun ändern. Das Virus scheint nun nicht nur ansteckender für Menschen zu sein, sondern auch für deren Haustiere. Und dort löst es offenbar ernsthafte Herzprobleme aus.

Entzündungen an Herzmuskeln und in der Lunge

Wie das Magazin Science berichtet, beobachten Veterinäre aus Frankreich aktuell vermehrt Fälle von Hunden und Katzen, die in England mit Herzmuskelerkrankungen behandelt werden mussten. Offenbar gab es seit dem Auftauchen der neuen Corona-Variante einen scharfen Anstieg solcher Fälle in einer tiermedizinischen Klinik nahe London. Dort wuchs die Zahl der mit Myokarditis eingelieferten Hunde und Katzen zwischen Dezember und Februar von 1,4 auf 12,8 Prozent an.

Die Tiere hatten zuvor ihren Appetit verloren, waren lethargisch gewesen, hatten schnell geatmet und mitunter auch das Bewusstsein verloren. Bei den Untersuchungen zeigten sich Störungen des Herzrhythmus und Flüssigkeit in den Lungen, also ähnliche Symptome wie beim Menschen. Mit Hilfe von PCR- und Antikörpertests konnten bei mehreren Tieren eine Corona-Infektion festgestellt werden, bei allen handelte es sich um die B.1.1.7 Mutante. Auch Veterinäre aus den USA berichten von einem ähnlichen Fall in Texas. Dort war zunächst beim Tierbesitzer Corona festgestellt worden. Zwei Wochen später zeigten seien Tiere Symptome.

Kein erhöhtes Risiko für Haustierbesitzer

Die Forscher wollen aus ihren Beobachtungen noch nicht sicher schließen, dass B.1.1.7 leichter zwischen Menschen und ihren Haustieren übertragen werden kann. Für die Myokarditis-Fälle seien noch andere Ursachen denkbar. Und für Haustierbesitzer sei das Risiko, sich bei Hunden und Katzen anzustecken, weiterhin sehr, sehr gering, schreiben die Veterinäre. Es gebe also keinen Grund, beunruhigt zu sein. Weitere Studien seien dennoch sinnvoll.

(ens)

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