Covid-19 Indische Corona-Variante: Das müssen Sie wissen

Nach der britischen und der südafrikanischen Variante sorgt nun eine weitere Corona-Mutation für Verunsicherung: die indische. In Deutschland wurde sie bereits entdeckt, Experten warnen vor schwerwiegenden Folgen. MDR Wissen beantwortet die wichtigsten Fragen zur indischen Variante.

FOTOMONTAGE, Mutierender Coronavirus und Fahne von Indien, Symbolfoto indische Virus-Mutation B.1.617
Bildrechte: IMAGO / Christian Ohde

Woher stammt die Mutation?

Die Variante mit dem Namen B.1.617 wurde zuerst in Indien sequenziert. Dort steht sie im Verdacht, für den aktuell starken Anstieg der Corona-Zahlen mit täglich ca. 270.000 Neuinfektionen und vielen Toten mitverantwortlich zu sein. Mittlerweile entfallen rund 70 Prozent der aus Indien übermittelten SARS-CoV-2-Sequenzen auf die neue Mutation.

Wo hat sie sich verbreitet?

Bisher wurde die Variante in 21 Ländern weltweit beobachtet. In Deutschland wurde sie das erste Mal am 1. März nachgewiesen. Hierzulande wurden bisher acht Fälle bekannt, in Großbritannien schon 77 (Stand 21.04.2021). Am Dienstag kam das Gerücht auf, dass am Uniklinikum Dresden die indische Variante erstmals sequenziert wurde. Auf Anfrage von MDR WISSEN hin erklärte die dortige Pressestelle jedoch, dass es sich um eine Fehlinformation gehandelt habe.

Wie gefährlich ist die Variante?

Das Robert Koch-Institut (RKI) stuft die Variante als "besorgniserregend" ein. Das Problem ist, dass bei dieser Variante zwei Mutationen an einem Oberflächenprotein kombiniert werden. Das RKI schreibt dazu, dass die Mutationen "mit einer reduzierten Neutralisierbarkeit durch Antikörper oder T-Zellen in Verbindung gebracht, deren Umfang nicht eindeutig ist". Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sprach bei Twitter bereits von einer "Covid-Katastrophe" in Indien. Lauterbach erklärt, dass sich B.1.617 auch gegen Impfungen durchsetzen könne, wodurch auf Europa ebenfalls ein Problem zukomme.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft die Mutation dagegen bisher nur als "Variant of interest" ein - im Gegensatz etwa zu den britischen, südafrikanischen und brasilianischen Varianten, die für die WHO alle "besorgniserregend" sind. Dr. Jeffrey Barrett, Direktor der Covid-19 Genomics Initiative am Wellcome Sanger Institute, hält B.1.167 ebenfalls für "nicht so gefährlich wie andere Varianten".

Wie geht es jetzt weiter?

Das RKI will die indische Variante weiter beobachten. Wie sie sich auf geimpfte oder von Corona genesene Menschen auswirkt, ist derzeit noch unklar - es besteht allerdings die Sorge, dass sie gegen diese Mutation schlechter geschützt sind als gegen andere. Zumindest schwere Verläufe bei bestehender Immunität hält der Jörg Timm, Direktor des Instituts für Virologie der Universität Düsseldorf, für eher unwahrscheinlich.

cdi

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