Senioren beim Spaziergang
Im Jahr 2030 wird in manchen Gebieten Sachsens fast jeder zweite Einwohner älter als 65 Jahre sein. Bildrechte: dpa

Fragen und Antworten Was der demografische Wandel für Sachsen bedeutet

Die Menschen in Deutschland werden immer älter. Und sie werden auf lange Sicht auch weniger. Um die Probleme, die mit dieser Entwicklung verbunden sind, drehte es sich Demografie-Gipfel der Kanzlerin in Berlin. Eines der Bundesländer, die der demografische Wandel schon jetzt mit voller Härte trifft, ist Sachsen. MDR Wissen gibt Antworten auf die drängendsten Fragen, die sich aus dieser Situation ergeben.

von Johannes Schiller

Senioren beim Spaziergang
Im Jahr 2030 wird in manchen Gebieten Sachsens fast jeder zweite Einwohner älter als 65 Jahre sein. Bildrechte: dpa

Wann hatte Sachsen die meisten Einwohner?

Im Jahr 1950. Damals lebten hier 5,7 Millionen Menschen. Später wurden es weniger. Erst seit 2014 nimmt die Zahl der Sachsen wieder zu. Momentan sind es knapp über vier Millionen.

Eingeschneites Umgebindehaus in Jonsdorf
Im Kurort Jonsdorf sind die Sachsen am ältesten. Bildrechte: MDR-Zuschauer/Stefanie Hübner

Wo ist die Bevölkerung in Sachsen seit 1990 geschrumpft?

Tatsächlich fast in allen Regionen. Die Frage ist also eher: Wie stark ging sie zurück. Die einzigen Orte, in denen noch genauso viele - oder sogar mehr - Menschen leben wie vor 27 Jahren, sind Dresden und Leipzig.

Wie sieht die Prognose für 2030 aus?

Die Bevölkerungsentwicklung richtig vorherzusagen ist schwierig, meist werden deshalb mehrere Szenarien berechnet. Einige Orte in Sachsen könnten jeden vierten Einwohner verlieren. Stabil bleiben nur die großen Städte samt Umland.

Wo ist die Bevölkerung am ältesten?

Im Kurort Jonsdorf im Zittauer Gebirge, direkt an der Grenze zu Tschechien. Hier sind die Einwohner im Schnitt 52,7 Jahre alt. Zum Vergleich: In Dresden oder Leipzig sind sie zehn Jahre jünger.

Wie alt ist der Durchschnitts-Sachse im Jahr 2030?

In manchen Gebieten wird laut den Berechnungen fast jeder zweite Bewohner älter als 65 Jahre sein. Zum Beispiel in Hoyerswerda.

Wo haben die Sachsen am meisten Platz?

In Trossin, in der Nähe von Torgau. Dort leben auf einem Quadratkilometer statistisch gesehen 16 Menschen. Der Durchschnitt für ganz Deutschland liegt bei 226 Einwohnern pro Quadratkilometer.

Wie viele Kinder bekommen Frauen in Sachsen?

Im Schnitt sind es 1,59 Kinder pro Frau. Der Spitzenwert in Deutschland. Und das obwohl die Geburtenrate nach 1990 in Sachsen massiv eingebrochen war, wie überall in den neuen Ländern.

Wo wurden die meisten Babys geboren?

In der kleinen Gemeinde Schönberg, in der Nähe von Meerane nördlich der A4. Statistisch kamen hier 13,9 Babys auf 1.000 Einwohner, fünf mehr als im Bundeschnitt.

Welche Rolle spielt die Zuwanderung?

2015 kamen nach vorläufigen Daten etwa 61.000 Ausländer nach Sachsen, 19.000 zogen wieder fort. Insgesamt liegt der Ausländeranteil im Freistaat bei knapp 4 Prozent, bundesweit sind es fast 11.

Was sind die größten Herausforderungen des demographischen Wandels?

Die Liste ist lang. Dort wo Menschen älter werden, braucht es mehr Ärzte und bessere Pflegeangebote. Dafür vielleicht weniger Schulen. Dieser Umbau ist aufwendig und teuer.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL im Radio | 16.03.2017 | 16:48 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. September 2017, 09:25 Uhr