Ein Sumpf
Bildrechte: MDR/Susann Meier

Denkste! Von wegen, Malaria die Tropenkrankheit

Ein Sumpf
Bildrechte: MDR/Susann Meier

Beim Stichwort Malaria, woran denken wir? Nicht an Europa und schon gar nicht an Deutschland. Klarer Fall, an Fernreisen in sub-/tropische Gefilde. In Deutschland kurieren wir die Krankheit höchstens wieder aus, nach dem Ausflug zu den exotischen Zielen. Denkste! Auch Europa war lange Zeit Brutstätte von Malaria-Epidemien, zum Beispiel 1557 in Teilen von Nord- und Mitteldeutschland, an Küstengebieten, in Marschen und Mooren sowie an großen Flüssen. In einigen Regionen Ostfrieslands soll noch im Jahr 1826 jedes zweite Kind betroffen gewesen sein!

Und warum ist Deutschland heute kein Malaria-Gebiet mehr?

Bis Ende des 19. Jahrhunderts war die Malaria aus Deutschland weitgehend verschwunden. Hintergrund dafür waren die Trockenlegung von Sümpfen, Kanalisationsbau und Flussregulierungen, wodurch die Mücken-Brutstätten zerstört wurden. In den extrem feuchtwarmen Sommern 1945/46 flammte die Malaria regional wieder auf, in verwüsteten Gegenden und Städten oder in Bombentrichtern fanden Mücken Brutplätze, dazu kamen infizierte Kriegsheimkehrer und -Gefangene mit bestehenden Malariainfektionen. Erst seit den 1950er-Jahren gibt es keine einheimische Malaria mehr. Erst 1974 wurde sie in Europa offiziell für ausgerottet erklärt.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | 05. September 2017 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. April 2019, 14:16 Uhr