Aussterben der Dinosaurier Und es war eben doch ein Asteroid!

Nicht nur Dinosaurier sind ein Mythos, sondern auch ihr Aussterben war es lange. Dass dafür allein der Einschlag eines Himmelskörpers verantwortlich ist, galt bis jetzt als wahrscheinlich. Neue Beweise dürften anderen Theorien noch mehr Wind aus den Segel nehmen.

Künstlerische, grafische Darstellung des Einschlags, in dessen Folge die Dinosaurier ausgestorben sein sollen. Im Vordergrund fliegende Saurier, am Boden laufende, dazu Bäume. Im Hintergrund Wasser und ein glühender Himmelskörper, der ins Wasser einschlägt.
Bildrechte: imago/Science Photo Library

Auch wenn Freunde der Populärkultur und Besitzer ganzer Horden an Gummifigürchen gern etwas anderes hören würden: Es ist schon ganz gut, dass es keine Dinosaurier mehr gibt. Denn wie das sonst so mit uns Menschen seinen Lauf genommen hätte, ist fraglich. Und so sind die Riesenechsen einem Massenaussterben vor 66 Millionen Jahren zum Opfer gefallen. Fast so bekannt wie die Dinos selbst sind die Hypothesen, warum sie gehen mussten. Vulkanausbrüche, eine neue Pflanzenwelt oder die rauen Mengen an Körpergasen, die die Tiere so tagein, tagaus ausstießen und die schließlich das Klima veränderten, könnten verantwortlich gewesen sein.

Aussterben war kein langsamer Prozess

Am verbreitetsten ist Annahme, dass der Einschlag eines Himmelskörpers auf der Erde – Wissenschaftler sprechen von einem Impakt – das Leben auf der Erde so radikal änderte, dass eben das für die Saurier nicht mehr möglich war. Eine neue Studie liefert jetzt Beweise, die diese Vermutung weiter untermauern. Damit widersprechen Wissenschaftler der Yale-Universität in New Haven und des Deutschen GeoForschungsZentrum in Potsdam auch Hypothesen, dass sich die Lebensbedingungen bereits vor dem Einschlag verschlechtert hätten – z.B. durch mehr Vulkanismus. Sie sagen: Das Aussterben ging ziemlich schnell.

Die Forscher haben sich dazu die Versauerung der Ozeane vor 66 Millionen Jahren angesehen – anhand der Kalkschalen von Plankton. "Vor dem Einschlagsereignis konnten wir keine zunehmende Versauerung der Weltmeere feststellen", erklärt Michael Henehan vom GeoForschungsZentrum. Durch einen plötzlichen Impakt seien die Ozeane aber massiv versauert worden. Es folgte eine ganze Kette an Reaktionen: Die Weltmeere wurden so sauer, dass Organismen, die ihre Schalen aus Kalk herstellten, nicht überleben konnte. Das wiederum führte dazu, dass viele Lebensformen in den oberen Schichten der Ozeane ausstarben, die Kohlenstoffaufnahme durch Photosynthese wurde in den Ozeanen um die Hälfte reduziert. Erst Millionen Jahre später war der Kohlenstoffkreislauf wieder intakt.

Kreide-Paläogen-Grenze

Die Grenze zwischen Kreidezeit und Paläogen vor 66 Millionen Jahren ist der Beginn eines der fünf großen Massenaussterben auf der Erde. Bekannt ist das heute vor allem, weil es die Ära der Dinosaurier beendete. Gleichzeitig ist dieser auch "K-P-Grenze" genannte Zeitpunkt der Beginn der Erdneuzeit.

Innenaufnahme eine Höhlenwand unter Beleuchtung mit dunkleren Gesteinschichten, die sich deutlich vom Rest der Wand unterscheiden, im Vordergrund eine Lampe und eine Person, die ein Foto macht.
Die Kreide-Paläogen-Grenze in einer niederländischen Höhle: Das Gestein der Impakt-Zeit als graue Schicht Bildrechte: Michael Henehan

Daten für dieses Szenario haben die Forscher durch Fossilien aus Tiefseebohrungen und damals gebildeten Gesteinen gewonnen. Aufschlussreich war auch die Untersuchung einer Höhle in den Niederlanden. "In dieser Höhle hat sich eine besonders dicke Tonschicht aus der unmittelbaren Zeit nach dem Aufprall angesammelt, was wirklich sehr selten ist", sagt Michael Henehan. Normalerweise lagern sich Sedimente viel langsamer ab, hier war aber ausreichend Material vorhanden. So konnten die Forscher genügend Fossilien für die Analyse gewinnen.

Bis zu dreiviertel aller Tierarten sind nach heutigen Erkenntnissen bei dem Einschlag der sogenannten Kreide-Paläogen-Grenze ausgestorben. Aber, für Dino-Fans immerhin ein kleiner Trost: Mit den Vögeln sind Nachfahren der Dinosaurier auch heute allgegenwärtig auf dem Globus. Und die können uns ja immerhin nicht ganz so gefährlich werden.

0 Kommentare