MDR WISSEN Dokumentation Georg Cantor - der Entdecker der Unendlichkeiten

Ein lange vergessenes Genie: Der Hallenser Mathematiker Georg Cantor ist der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt - und das, obwohl wir seinen Entdeckungen heute auf Schritt und Tritt begegnen. Eine MDR Wissen Dokumentation (4.3. 22.20 Uhr MDR Fernsehen) zeigt das Leben des Wissenschaftlers, ohne den es die Mathematik der Moderne nicht gäbe. Sehen Sie die Doku hier in voller Länge.

Georg wer?

Wer so auf den Namen Georg Cantor reagiert, ist in bester Gesellschaft. Der große Mathematiker aus Halle war lange Zeit in Vergessenheit geraten. Der MDR nimmt den 100. Todestag des genialen Denkers zum Anlass, Cantor in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Schließlich legte Cantor mathematische Grundsteine, die uns heute bis in den Alltag begleiten und ohne die weder die moderne Mathematik noch die moderne IT-Welt denkbar wären: Cantor war es, der die Unendlichkeiten in der Mathematik entdeckte.

Cantor - Das verkannte Genie

Filmemacherin Ekaterina Eremenko hat in ihrer TV-Dokumentation dem verkannten Genie aus Halle nachgespürt. Georg Cantor wurde am 3. März 1845 in St. Petersburg geboren. Am 6. Januar 1918 starb er, 72 Jahre alt, in Halle an der Saale. Er kam aus einer Kaufmannsfamilie, deren Reichtum es Cantor ermöglichte, sein Leben ganz der Mathematik zu widmen.

Gründer der modernen Mathematik

Er studierte in Zürich, Göttingen und Berlin, dem damaligen Weltzentrum der Mathematik. Cantor entwickelte die allgemeine Mengenlehre und führte so den Begriff der Unendlichkeit in die Mathematik ein, außerdem entwarf er die Theorie der Punktmengen und die Maßtheorie. Unter Kollegen war er zu seiner Zeit umstritten. Aus heutiger Sicht ist das Besondere an Cantors mathematischem Werk, dass er sich denkerisch ins Chaos wagte  - für alle früheren Denker kamen mathematische Wahrheiten nur durch logische Beweise zustande. Cantor hatte mit seinen Überlegungen mathematisch die Tür zu einer neuen Welt aufgestoßen.

Das Wesen der Mathematik, liegt in ihrer Freiheit.

Georg Cantor

Privat galt Georg Cantor, der 1874 die Opernsängerin Vally Guttmann geheiratet hatte, als rührend besorgter Familienvater. Das Paar hatte sechs Kinder, ein Sohn starb im Alter von zwölf Jahren an einem Herzfehler. Zeitzeugen beschrieben ihn als "sprühendes, witziges Naturell". Zusammen mit seiner Frau veranstaltete an der Universität Gesangsabende und galt als Bereicherung von Gesprächsrunden dank seines temperamentvollen Geistes.

Cantor litt nach Auffassung heutiger Mediziner unter der bipolaren Form einer psychotischen Störung, bei der sich depressive mit manischen Phasen abwechseln. Cantor ist mehrfach in der "Universitätsnervenklinik“ in Halle in Behandlung, wo er 1918 auch stirbt.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Georg Cantor - Der Entdecker der Unendlichkeiten | 04. März 2018 | 22:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. März 2018, 13:08 Uhr