Dürremonitor Trockene Böden: Februar-Regen hilft gegen die Dürre

Nach starken Regenfällen im Februar und Anfang März hat sich die Dürre in Mitteldeutschland etwas abgeschwächt. Die oberen Bodenschichten sind wieder feucht, in der Tiefe allerdings könnte es noch etwas dauern.

Auf der linken Karte kann man sehen, wie trocken die Böden bis zu einer Tiefe von 25 cm sind, auf der rechten wie stark die Dürre noch ausgeprägt ist, wenn man bis zu einer Tiefe von 1,80 Metern schaut.
Links: In den oberen 25 Zentimetern der meisten Böden in Deutschland hat sich die Dürresituation inzwischen entspannt. In bis zu 1,80 Metern Tiefe hingegen ist die Erde meist noch ziemlich trocken. Bildrechte: UFZ-Dürremonitor/ Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung.

Es ist eine gute Nachricht für alle Landwirte: Überdurchschnittlich viel Regen im Februar hat die starke Dürre in Mitteldeutschland deutlich entspannt. "Im Februar gab es sehr viel Niederschlag. Statistisch war das mehr als im langjährigen Durchschnitt", sagt Andreas Marx vom Mitteldeutschen Klimabüro am UFZ in Leipzig.

Bis zu 200 Liter Regen zusätzlich nötig

Noch im Januar sah es danach aus, als würde sich die seit 2018 anhaltende Dürre weiter fortsetzen. Pro Quadratmeter fehlten zwischen 20 und 50 Litern Regen. Ein drittes Dürrejahr in Folge hätte viele landwirtschaftliche Betriebe vor nahezu unlösbare Probleme gestellt.

"Oft kann man oberflächlich nicht erkennen, wie trocken die Böden wirklich sind. Dann steht eine Pfütze auf der Erde, aber darunter ist es dennoch trocken", erklärt Marx. Aus der Vergangenheit wissen Forscher: Es kann Wochen bis Monate dauern, bis sich eine Dürre im Gesamtboden abschwächt. "Man bräuchte jetzt mehr als 200 Liter Regen zusätzlich zu der langjährig üblichen Menge, um das Defizit auszugleichen."

Warme Temperaturen haben geholfen, Dürre abzumildern

Ein großes Problem an der Dürre: Ist der Boden erst einmal sehr trocken, kann er deutlich weniger Wasser aufnehmen. Experten sprechen hier von der hydraulischen Leitfähigkeit, die bei trockener Erde deutlich niedriger ist. Deshalb dauert es lange, bis eine Dürre vollständig überwunden ist. Dass der Winter so warm war, sei hingegen vorteilhaft gewesen, sagt Marx. "Die tieferen Bodenschichten waren nicht gefroren, deshalb konnte das Wasser tief eindringen."

Bis die Böden wirklich gesättigt sind mit Feuchtigkeit, kann es aber noch eine ganze Weile dauern. "Wir müssen erst einmal schaffen, dass der Zustand sich ändert von sehr trocken, bis normal trocken." Die Perspektive für Mitteldeutschland sei aber gut in den kommenden Wochen. "Immer mehr Flächen werden nicht mehr von Dürre betroffen sein", sagt Marx.

(ens)

1 Kommentar

W.Merseburger vor 33 Wochen

Ich frage mich immer wieder, wer hat ein Interesse darin, immer wieder eine gegenwärtig nicht vorhandene Dürre zu beschwören. Der Experte Andreas Marx und der MDR veröffentlichen hier einen Deutschland weiten Dürremonitor für den 07. 03. 2020 , den ich seit dem Sommer 2018 sehr gut kenne. Wer soll hier falsch informiert werden? Wieder ein mit heißer Nadel und ohne Sorgfaltspflicht gestrickter Beitrag. Hat das UFZ-Leipzig wirklich für März 2020 einen auf Daten beruhenden ganz Deutschland erfassenden neuen Dürremonitor erstellt, oder ist einfach ein altes Ergebnis in neuem Gewand aufgetischt worden? Ich denke letzteres ist richtig. Brauchen die über 1000 Mitarbeiter mit über 220 Doktoranden jemanden, der Gelder bereitstellt und bedienen deshalb einen zur Zeit nicht haltbaren Mainstream zur Dürre in Deutschland?