ECMO Herz-Lungen-Maschinen könnten Corona-Patienten retten

Wird eine Corona-Lungenentzündung lebensbedrohlich, könnten Patienten mit der sogenannten ECMO gerettet werden. Dabei wird ihr Blut außerhalb des Körpers mit Sauerstoff versorgt. Doch es gibt Risiken.

Ein Arzt steht neben einer Herz-Lungen-Maschine und schaut lächelnd in die Kamera.
Eine ECMO Herz-Lungen-Maschine (Archivbild). Bildrechte: imago/ZUMA Press

Deutschlands Kliniken könnten in den kommenden Wochen entscheidende Hinweise dazu liefern, ob akut vom Tod bedrohte Covid-19-Patienten durch den Einsatz der sogenannten ECMO gerettet werden können. ECMO bedeutet "Extrakorporale Membranoxygenierung". Dabei wird das Blut von Patienten mit Hilfe von Maschinen außerhalb des Körpers vom CO2 befreit und mit Sauerstoff angereichert. Die Geräte übernehmen also die Herz- und die Lungenfunktion. Damit könnten sie das Leben der Patienten retten, bei denen Covid-19 die Lungenfunktion akut bedroht.

ECMO kann Todesrate deutlich reduzieren

Autoren um Graeme MacLaren diskutieren im Medizinfachjournal JAMA den Einsatz von ECMO im Kampf gegen Corona. Daten aus China deuten an, dass die Sterblichkeit von Covid-19 Patienten durch den Einsatz der ECMO erheblich reduziert werden kann. Aber es gibt auch große Risiken: Bei der Blutreinigung außerhalb des Körpers können neue Keime in die Patienten gelangen, außerdem kann es aufgrund des verbundenen Medikamenteneinsatz zu Blutungen im Körper kommen.

Offen ist laut den Autoren des Papers allerdings noch, ob Erkrankte hauptsächlich an diesem Lungenversagen sterben, oder ob es regelmäßig zu einem Mulitorganversagen kommt, wenn Patienten eine Sepsis erleiden. Laut den Wissenschaftlern sind dringen mehr Daten nötig. Die könnten Länder mit großen ECMO-Zentren liefern, also auch Deutschland.

ECMO benötigt viel Personal, Material und Geld

Deutsche Mediziner sehen einige Probleme beim Einsatz der ECMO. "Die Herausforderung ist, genug Personal zur Verfügung zu haben, um Blutwäsche außerhalb des Körpers mit Sauerstoffanreicherung zu gewährleisten", sagt Clemens Wendtner, Infektologe an der Klinik München-Schwabing. Ute Merle, Ärztliche Direktorin am Universitätsklinikum Heidelberg sieht zudem die Schwierigkeit, dass viele Einwegbestandteile für ECMO-Therapien aus China geliefert werden. Hier könnte es aufgrund des Pandemie zu Engpässen kommen.

Eine enge Abstimmung unter den Einrichtungen über freie Kapazitäten könnte hier die schlimmsten Engpässe lindern. Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hat bereits Mitte Februar Kliniken dazu aufgerufen, freie Beatmungsmöglichkeiten an das deutsche ARDS-Netzwerk zu melden. Die Abkürzung steht für "Acute Respiratory Distress Syndrome", der englische Fachbegriff für Lungenversagen. Das Netzwerk wurde während der sogenannten Schweinegrippe 2009/2010 gegründet, um Patienten vor akutem Lungenversagen retten zu können.

(ens)

Zuletzt aktualisiert: 19. März 2020, 15:56 Uhr