Deutschland Doppel Wo wenige Ehen zerbrechen: im Kreis Wunsiedel und Eisenach

Zwischen Eisenach und dem Kreis Wunsiedel im Fichtelgebirge liegen etwa 158 Kilometer Luftlinie. Auf den ersten Blick würde man nicht ahnen, was die Stadt und den Kreis miteinander verbindet - die Haltbarkeit von Ehen.

Blick vom Burschenschaftsdenkmal auf der Göpelskuppe auf die Stadt Eisenach, Thüringen
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Zu Zeiten Johann Sebastian Bachs galt das Eheversprechen "Bis dass der Tod uns scheidet" tatsächlich noch bis zum (bitteren) Ende. Heute gehen sich viele ehemüde Frauen und Männer vorher aus dem Weg und trennen sich. In Eisenach und im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge gibt es exakt gleich viele Ehe-Auflösungen: auf 1.000 Menschen kommen jeweils 2,01 Scheidungen. Das ist eines der Pärchen, die das MDR WISSEN-Datenprojekt "Deutschland Doppel" errechnet, das wir zusammen mit dem Studiengang Journalismus der Uni Leipzig erstellt haben. In die "Top Ten" der Städte und Kreise, in denen die meisten Ehen pro 1.000 Einwohner zerbrechen, schaffen es weder Eisenach noch der Landkreis Wunsiedel mit ihren Werten.

Wo in Deutschland Ehen zerbrechen
Platz Kreis Scheidungen pro 1000 Einwohner
1 Kreisfreie Stadt Neumünster 3,8
2 Kreisfreie Stadt Emden 3,2
3 Kreisfreie Stadt Leverkusen 3,1
4 Kreisfreie Stadt Krefeld 2,8
5 Kreisfreie Stadt Wolfsburg 2,8
6 Kreisfreie Stadt Mülheim/Ruhr 2,8
7 Landkreis Kaiserslautern 2,7
8 Landkreis Rhein-Pfalz-Kreis 2,7
9 Kreisfreie Stadt Lübeck 2,6
10 Landkreis Offenbach 2,6
17 Kreisfreie Stadt Gera 2,4
24 Landkreis Gotha 2,4
36 Kreisfreie Stadt Halle (Saale) 2,3

Quelle: Statistische Ämter des Bundes und der Länder und eigene Berechnungen.

Gibt es noch andere Gemeinsamkeiten?

Was unsere Statistik nicht verrät: Eisenach und die Stadt Wunsiedel haben ebenfalls eine weitere Gemeinsamkeit. Beide haben beim Projekt "Drei Bäume für Deutschlands Einheit" mitgemacht, eine Art lebendiges, wachsendes Einheitsdenkmal. Die Idee dahinter: Jede deutsche Gemeinde pflanzt drei Bäume in Form eines Dreiecks - an einer Spitze eine Kiefer, symbolisch für die ehemalige DDR, an der nächsten Spitze eine Buche für die alte Bundesrepubik, und eine Eiche für das vereinte Deutschland. Die Idee für das Projekt stammt von Werner Erhardt aus Wunsiedel. Hier wurden die Bäume am 3. Oktober 2015 gepflanzt. In Eisenach war das wachsende Einheitsdenkmal sogar schon 2014, unterhalb der Wartburg, angelegt worden.

Über das Projekt Deutschland-Doppel

Dieser Beitrag entstand im Rahmen des Deutschland-Doppels - ein Gemeinschaftsprojekt des Studiengangs M.Sc. Journalismus der Universität Leipzig und der Redaktion MDR Wissen aus Anlass von 30 Jahren Wiedervereinigung.

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