Wissen, was wir lesen Das große Pflanzen-Sammelsurium. Vom Samenkorn zum Mammutbaum

Karolin Dörner: Weiße junge Frau mit mittellangen, offenen Haaren mit Mittelscheitel. Hintergrund tiefenunscharf mit viel grün.
Bildrechte: Tobias Thiergen

Die wunderschönen Illustrationen und die vielen "kleinen erstaunlichen Fakten" sind es, die "Das große Pflanzen-Sammelsurium" zu einem außergewöhnlichen Buch machen. "Jede Seite ist ein kleines Kunstwerk", findet MDR WISSEN-Autorin Karolin Dörner, die dieses Buch empfiehlt.

Buchcover"Das große Pflanzensammelsurium". Großer runder Kreis mit Blume in der Mitte mit Schmetterling, darum die Schrift des Titels. Drumherum Ornamente.
Bildrechte: Gerstenberg Verlag

Worum geht es?

Um die simple und dennoch geniale Frage: Was ist eine Pflanze? Wir lernen gleich, dass man diese Frage nicht so einfach beantworten kann. Schließlich haben nicht alle Pflanzen grüne Blätter, nicht alle bilden Samen und nicht mal alle betreiben Fotosynthese. Und dann geht’s los: Wir tauchen ein in die Vielfalt der Pflanzenwelt.

Illustration in gedeckten Farben mit ästhetischen Zeichnungen: Wie sich Pflanzen verbreiten. Erklärt sind Sprossung, Zwiebel und Knollen, Blätter und Flachsprosse, Brutknospen, Absenker, Ausläufer und Wurzelstöcke.
Die Verbreitung von Pflanzen Bildrechte: Gerstenberg Verlag

Wie schafft es das Buch, mich zu fesseln?

Vor allem visuell! Das große Pflanzen-Sammelsurium ist ein wunderschönes, großformatiges Bilderbuch. Jede Seite ist ein kleines Kunstwerk, immer in einer gedeckten Farbe gehalten, mit Zeichnungen, die einem helfen, den Text nachzuvollziehen. Ein Beispiel? Auf einer Doppelseite geht es um die Höhe der Bäume. Auf der Zeichnung sehen wir den höchsten Baum, den Küstenmammutbaum, neben einem Haus. Das Haus ist fünf Meter hoch. Der Küstenmammutbaum über 115 Meter. Jetzt stellen Sie sich das als Bild vor! Viel beeindruckender als Text, oder?

Illustration in gedeckten Farben mit ästhetischen Zeichnungen: Vergleich verschiedener Baumhöhen mit dem Titel "Hoch, höher am höchsten." Verglichen werden verschiedene Pflanzen von der Kokosplame bis zum Küstenmammutbaum, der mit 115 Metern fast sechsmal so groß wie die Kokospalme ist.
Gegenüber diesen Bäumen sieht der Mensch sehr klein aus! Bildrechte: Gerstenberg Verlag

Wer hat's geschrieben?

Martin Jenkins ist Naturschutzbiologe. Er arbeitete zehn Jahre lang für das World Conservation Monitoring Centre, ein Weltüberwachungszentrum für Naturschutz. Seit 1990 ist er freiberuflich tätig, unter anderem für Organisationen wie den WWF und eine Reihe von UN-Gremien, die sich mit Umweltschutz befassen. Er hat zahlreiche Kinderbücher veröffentlicht.

Buchcover"Das große Pflanzensammelsurium". Großer runder Kreis mit Blume in der Mitte mit Schmetterling, darum die Schrift des Titels. Drumherum Ornamente.
Bildrechte: Gerstenberg Verlag

Die Daten zum Buch Martin Jenkins, James Brown (Illustr.): "Das große Pflanzen-Sammelsurium. Vom Samenkorn zum Mammutbaum", Gerstenberg 2020, 64 Seiten, 22 €, ISBN 978-3-8369-6052-6

Wie ist es geschrieben?

Illustration in gedeckten Farben mit ästhetischen Zeichnungen: Gezeigt werden verschiedene mediterrane Ökosysteme mit dem Titel "Buschland mediterraner Ökosysteme". Gezeigt werden folgende Systeme: "Mittelmeeraum: Macchie", "Kalifornien: Chaparral", "Südafrika: Fynbos", "Chile: Matorral", "Südwestaustralien: Kwongan"
Mediterrane  Ökosysteme Bildrechte: Gerstenberg Verlag

Das Buch ist eher für Erwachsene. Es ist zwar ein Bilderbuch, allerdings sind die Zeichnungen zum Teil recht detailreich, manche sogar sehr komplex. Auch der Text ist nicht unbedingt kindgerecht, auch wenn er gelegentlich an mein altes Biologiebuch erinnert: Manchmal etwas kleinteilig und zum Teil auch mit Fachjargon, mit dem man auch für einen Test lernen könnte (Beispiel: "Die Fruchtblätter bestehen aus dem Fruchtknoten, dem Griffel und der Narbe.") Allerdings: Es werden die richtigen Fragen gestellt. Es werden erstaunliche Fakten erzählt. Es wird das große Bild dargestellt und wir verstehen, dass die Pflanzen uns große Dienste erweisen und wir ohne sie nicht leben könnten.

Was bleibt hängen?

Es sind diese kleinen erstaunlichen Fakten, die hängen bleiben: Pflanzen stammen von einem einzigen Vorfahren ab. Quasi zehn Pflanzen ernähren die ganze Welt. Bei manchen Pflanzen sind die Nadeln im Blatt drinnen. Damit verletzen sie die Schleimhaut der Fressfeinde und dann kann ihr Gift besser wirken. Forscher konnten aus 32.000 Jahre alten Samen, die sie im Permafrost gefunden hatten, wieder Pflanzen ziehen. Und und und.

Karolin Dörner: Weiße junge Frau mit mittellangen, offenen Haaren mit Mittelscheitel. Hintergrund tiefenunscharf mit viel grün.
Bildrechte: Tobias Thiergen

Die Rezensentin Für sie ist das Schönste an wissenschaftlichen Themen: Sie sind wie kleine Rätsel, die man knacken muss, dann kommen die Aha-Momente, das Staunen und dann die große Frage: Wie bekomme ich das jetzt hin, dass auch alle anderen diesen wunderbaren Moment mit mir teilen?

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