Erdbeben Warum trifft es immer Italien?

1980 Irpina – über 3.000 Tote. 2002 San Giuliano – eine ganze Schulkasse stirbt in einer baufälligen Schule. 2009 L’Aquila – die Stadt erbebt um halb vier nachts – fast 300 Tote. Hunderttausende Italiener haben in den letzten Monaten durch Erdbeben ihr Zuhause verloren und leben seitdem in Übergangsunterkünften. Und jetzt erschütterte es die Regionen Lazio, die Marken und die Abruzzen. Warum bebt es immer wieder in Italien?

Der Grund liegt in der Erdkruste unter der Appenin-Halbinsel. Denn dort trifft ein Ausläufer der Afrikanischen Platte auf die Eurasische Platte. Sie sind Teil eines Mosaiks von Erdplatten, die unsere Erdkruste ausmachen. Geologisch betrachtet gehört Italien halb zu Eropa und halb zu Afrika. Die Grenze verläuft direkt unter dem italienischen Festland. Dort schiebt sich die afrikanische Platte wie ein Sporn Richtung Europa. Und beide Platten bewegen sich. Daei enstehen enormeSpannungen, die sich irgendwann lösen müssen - die Folge ist ein Erdbeben.

Gefahr Intraplattenbeben

Bei uns in Mitteldeutschland ist dagegen die Gefahr schwerer Erdbeben äußerst gering. Ganz auszuschließen sind sie allerdings nicht, denn Beben können nicht nur zwischen tektonischen Platten entstehen, sondern auch innerhalb. Experten sprechen dann von Intraplattenbeben.

Hilfe aus Deutschland

Aus diesem Grund sind Katastrophenhelfer in Deutschland auch auf Erdbeben-Einsätze vorbereitet. Deutschland hat Italien inn den vergangenen Jahren immer Unterstützung angeboten. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier formulierte es beim letzten großen beben im Sommer 2016 so: "Wir stehen in dieser Stunde in Trauer und Solidarität vereint an der Seite unserer italienischen Freunde und Partner." Vor allem Experten des THW werden in solchen Fällen angefordert, nicht nur in Europa. So waren zum Beispiel vor zwei Jahren THW-Kräfte aus Thüringen und Sachsen nach dem Erdbeben in Nepal im Einsatz.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell im Radio | 19.01.2017 | 13.40 Uhr