Die Probe, die vom Asteroiden Ryugu entnommen wurde, wird unter einem speziellen Mikroskop untersucht.
Nicht nur in Japan und Frankreich, auch bei der NASA in den USA werden die Proben von Ryugu wissenschaftlich ausgewertet. Hier die Untersuchung in einem Spezialbehälter an der Astromaterials Research and Exploration Science Division des Johnson Space Center. Bildrechte: NASA/Robert Markowitz

Erdnaher Asteroid Alt, porös und dunkel – Ryugu ist anders als viele bisher bekannte Himmelskörper

20. Dezember 2021, 17:02 Uhr

Vor einem Jahr brachte die Raumsonde Hayabusa2 erstmals Material von Ryugu zur Erde. Nun liegt eine Auswertung vor: Der erdnahe Asteroid reflektiert nur zwei Prozent Licht, hat eine hohe Porosität und ist sehr alt.

Er ist ein äußerst interessanter Himmelskörper: (162173) Ryugu. Der Asteroid mit dem japanischen Namen (auf Deutsch "Drachenpalast") wurde 1999 entdeckt und fliegt in einer erdnahen Umlaufbahn um die Sonne. 2014 brach die Raumsonde Hayabusa2 zu ihm auf, um Proben zu entnehmen, 2020 kehrte sie zur Erde zurück. Nun wurde eine erste Auswertung von einem internationalen Forscherteam abgeschlossen und in zwei Artikeln im Fachjournal "Nature Astronomy" veröffentlicht: Eine unter der Leitung von Toru Yada an der Japan Aerospace Exploration Agency und eine, die von Cédric Pilorget an der französischen Université Paris-Saclay durchgeführt wurde.

Asteroid besteht teilweise aus tonähnlichem Material

In der Studie von Yamada entdeckten die Forschenden, dass die entnommene Probe nur zwei Prozent Sonnenlicht reflektiert und damit sehr dunkel ist. Dazu ist ihre Porosität mit 46 Prozent höher als bei jedem bisher untersuchten Meteoriten. Pilorget und seine Kollegen analysierten die Probe außerdem mit einem speziellen Mikroskop, das auch Infrarot-Wellen abdeckt. Dabei fanden sie heraus, dass das Material aus vielen verschiedene Substanzen besteht, die von Wassermolekülen zusammengehalten werden – ähnlich wie Ton. Auch Karbonate zeigten sich in der Probe, also Salze der Kohlensäure, die auf der Erde häufig als Minerale vorkommen.

Die Forschenden resümieren, dass die Proben zu den bisher ältesten gehören, die von Himmelskörpern genommen werden konnten. Daher lassen sich aus ihnen auch einzigartige Erkenntnisse für die Entstehung und Entwicklung unseres Sonnensystems ziehen. Letztlich könnten sie dabei auch als Vorbild dienen für die künftige Erforschung von Planeten.

cdi

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