Geophysik beeinflusst Ökologie Erdrotation mischt Gardasee durch

Die Natur hat mal wieder mitgedacht: Wissenschaftler haben herausgefunden, wie sich das Ökosystem im Gardasee zu helfen weiß und den Schwung der Erdrotation mitnimmt, um ausgewogen zu bleiben.

Der Gardasee, im Vordergrund grüne Felder und eine Ortschaft. Links flachere Berge zum Wasser abfallend, rechts höhere, steilere Berge mit Felsen.
Bildrechte: UniTrento/GiovanniCavulli

Wer's gern wonnig und südländisch hat, mit einem Hauch Alpenvorland, der fährt an den Gardasee. Das norditalienische Landschaftsschmuckstück ist aber auch ein guter Ort, um sich die Urgewalt unseres Heimatplaneten vor Augen zu führen. Wie Forscher aus Trient und Utrecht herausgefunden haben, ist die Erdrotation für ein stabiles Ökosystem am Gardasee zuständig.

Verteilung von Sauerstoff und Nährstoffen

Der größte See Italiens hat eine maximale Tiefe von 346 Metern – das ist fast die Höhe des Empire-State-Buildings ohne Spitze. Damit Sauerstoff, Nährstoffe und andere Substanzen zwischen Tiefe und Oberfläche gut verteilen, wird Mutter Natur selbst zum Ökologie-Cocktail-Mixer.

Menschen auf einem Boot auf einem See vor Felskulisse
Das Wissenschaftlerteam auf dem Boot im Gardasee. Bildrechte: Albano Candolfo

"Wenn der Wind entlang der Hauptachse des Gardasees weht, führt die Rotation der Erde zu einer weiteren Zirkulation, indem sie das Wasser seitwärts verlagert", erklärt Henk Dijkstra von der Universität Utrecht. "Dadurch entstehen an Ost- und Westküste unterschiedliche Wassertemperaturen." Das trägt zur Durchmischung der Wasserschichten bei. Gerade zwischen Februar und April, wenn die Wassertemperatur am kältesten ist, erreicht die Wasserbewegung sogar den tiefsten Punkt des Sees.

In Küstenregionen von Ozeanen und großen Seen wurde dieses Verhalten bereits beobachtet. Dass die Natur aber auch an kleinere Gewässer denkt, hätten die Wissenschaftler nicht erwartet.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 08. März 2019 | 09:10 Uhr