Erdüberlastungstag Natürliche Ressourcen für 2018 aufgebraucht

Die Menschheit lebt ab sofort auf Pump. Für dieses Jahr sind alle natürlich nachwachsenden Rohstoffe aufgebraucht, sagt die Forschungsorganisation "Global Foodprint“. Wenn wir so weitermachen, brauchen wir 1,7 Erden.

Klimawandel
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"Selbst eine ganze Gesellschaft, eine Nation, ja alle gleichzeitigen Gesellschaften zusammengenommen sind nicht Eigentümer der Erde. Sie sind nur ihre Besitzer, ihre Nutznießer und haben sie als boni patres familias – gute Familienväter - den nachfolgenden Generationen verbessert zu hinterlassen." Was Karl Marx und Friedrich Engels im Kapital (Band III, 46. Kapitel) aufgeschrieben haben, könnte genauso auch über dem Bericht der Forschungsorganisation Global Footprint stehen, der heute veröffentlicht wurde. Denn der besagt: Am 31. Juli 2018 haben wir die natürlich verfügbaren Ressourcen der Erde für dieses Jahr aufgebraucht.

Wir leben auf Pump

„Ab heute leben wir für das restliche Jahr auf Pump – und auf Kosten kommender Generationen“, sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) der dpa. Wir verbrauchen mehr Wälder, Wasser, Getreide, Tiere und Böden als die Erde in einem Jahr regenerieren kann. Auch das Abfallaufkommen und der CO2-Ausstoß fließen in die Berechnung mit ein. Inzwischen, so Global Foodprint, wirtschaftet die Weltbevölkerung, als hätte sie 1,7 Erden zur Verfügung. Als die Umweltforschungsorganisation 1970 den ersten Bericht herausbrachte, lag der Termin noch im Dezember. Im Vergleich zum Vorjahr sind wir einen Tag früher dran.

Deutschland ist früher dran

Grafik zum Erdüberlastungstag
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Damit ist die Rechnung aber noch nicht zu Ende. Wenn der Ressourcenverbrauch auf der Erde so groß wäre, wie in Deutschland, dann hätten wir bereits am 2. Mai unseren Erdüberlastungstag erreicht. Am ressourcenschädlichsten agieren laut der Aufstellung der Organisation Qatar (9. Februar), Luxembourg (19. Februar) und die Vereinigten Arabischen Emirate (4. März).

Der 2. Mai ist zwar eine leichte Verbesserung zum Vorjahr, als für Deutschland der 24. April ermittelt wurde. Deutschland als erfolgreiche Industrienation müsse sich aber endlich an die Spitze einer weltweiten Öko-Bewegung stellen. „Brennende Wälder, schmelzende Gletscher – längst leuchten die roten Warnlampen des Planeten“, sagte der Vorsitzende des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger.

Greenpeace fordert vor dem Hintergrund der Zahlen ein Ressourcenschutzgesetz. Es soll unter anderem verbieten, dass neuwertige und gebrauchsfähige Waren vernichtet werden, wie es im Online-Handel und der Textilbranche bei Retouren oft geschehe. Frankreichs Regierung arbeitet laut Greenpeace schon daran. „Wir ignorieren konsequent die schlichteste Regel des Wirtschaftens: Niemand kann auf Dauer mehr ausgeben, als er einnimmt“, so Greenpeace-Sprecherin Viola Wohlgemuth.

Dieses Thema im Programm: MDR SPUTNIK | 31. Juli 2018 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2018, 17:28 Uhr