Rhinovirus
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Kein Medikament hilft gegen Erkältung – nur ein einfacher Schutz Die unbesiegbaren Rhinoviren überlisten

Wenn die Nase läuft und der Hals schmerzt sind meist Rhinoviren verantwortlich. Obwohl Forscher mehr als 100 Arten dieser winzigen Erkältungserreger beschrieben haben, gibt es kein Medikament gegen sie. Man kann sich aber mit einer einfachen Maßnahme wirksam schützen.

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Sie sind klein und gemein: Rhinoviren. Gerade einmal 30 Nanometer messen die Mikroorganismen - winzig im Vergleich zu anderen Krankheitserregern. Ihre Wirkung ist dafür umso größer: Forscher schätzen, dass die Viren zwischen 40 und 75 Prozent aller Erkältungen auslösen. Obwohl sie schon seit 60 Jahren erforscht sind, gibt es bislang keine wirksamen Medikamente gegen sie.

Rhinoviren verändern sich häufig, rund 100 verschiedene Typen haben Wissenschaftler bis heute beschrieben. So können uns im Lauf unseres Lebens immer wieder mit Schnupfen anstecken. Zwar verschreiben viele Ärzte bei schweren Erkältungen oftmals Antibiotika. Doch die bekämpfen lediglich Bakterien, sind gegen Viren aber völlig wirkungslos. Da Antibiotika auch für den Körper nützliche Mikroben abtöten, schaden sie oft mehr, als sie helfen.

Händewaschen schützt

Händewaschen mit viel Schaum
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Die gute Nachricht ist: Es gibt einen wirksamen Schutz gegen Erkältung, wenn man den Übertragungsweg der Viren versteht. Kühle Temperaturen sind nach aktuellen Erkenntnissen nicht so entscheidend für eine Ansteckung. Wir bekommen vor allem deswegen zwischen Herbst und Frühling einen Schnupfen, weil wir in dieser Zeit dichter aneinander gedrängt in vollen Bussen und Straßenbahnen sitzen. Mit einem Niesen verbreiten Erkältete Millionen von Erregern. In feuchtwarmen Umgebungen, auf Oberflächen wie Haltegriffen, Türknäufen, Tastaturen oder an Händen können die Viren gut überleben. Reibt man sich dann Nase oder Augen, gelangen die Mikroorganismen in einen neuen Wirt. Als wirksame Vorbeugung empfehlen Mediziner häufiges Händewaschen. Das ist besonders dann sinnvoll, wen man etwa mit dem Bus gefahren oder Türgriffe angefasst hat. Wer auf seine Hygiene Acht gibt, hat sehr gute Chancen, sich nicht anzustecken.

Hausmittel: Wirkung wenig erforscht, schadet aber nicht

Auch im Sommer fahren Menschen mit der Straßenbahn. Warum es trotzdem vor allem in der kalten Jahreszeit zu vielen Ansteckungen kommt, erklärt Susanne Glasmacher vom Robert-Koch-Institut (RKI): “Viele Immunologen sagen, die Abwehrkräfte sind im Winter generell schwächer.“ Das RKI überwacht unter anderem die Verbreitung von Krankheiten in Deutschland und erfasst im Projekt GrippeWeb Erkältungen in Deutschland. Per Mail geben etwa 3.000 bis 4.000 freiwillige Teilnehmer wöchentlich Auskunft über ihre Gesundheit. Die Daten lassen sich auf die Gesamtbevölkerung hochrechnen. “Aktuell kämpfen etwa 6,5 Prozent der Deutschen mit einer Atemwegserkrankung, das ist für diese Jahreszeit normal“, sagt Glasmacher.

Wer sich angesteckt hat, greift oft zunächst zu Hausmitteln wie Hühnersuppe, Ingwertee oder erwärmtem Bier. Deren Wirkung ist zwar wenig erforscht. Untersuchungen sind hier oftmals schwierig, da die Patienten das jeweilige Mittel am Geschmack erkennen. So lassen sich mögliche Placeboeffekte nicht ausschließen. Allerdings schaden weder Hühnersuppe noch Ingwertee dem Körper. Wenn man ein gutes Gefühl vom Hausmittel der eigenen Wahl bekommt, soll man gerne dazu greifen, raten Experten.

Wenn Sie kein Marathonläufer sind, sparen Sie sich das Geld für das Vitamin C.

Thomas Kühnlein, Prof. für Allgemeinmedizin, Universität Erlangen/Nürnberg,

Vitamintabletten, etwa Vitamin C, helfen laut Wissenschaftlern hingegen kaum bei der Heilung. “Bei extremen Sportlern wie Marathonläufern scheint das zu helfen. Diese Gruppe hat sehr viele Infekte“, sagt Thomas Kühnlein, Professor für Allgemeinmedizin von der Universität Erlangen/Nürnberg, fügt aber hinzu: "Wenn Sie kein Marathonläufer sind, sparen Sie sich das Geld für das Vitamin C.“

Anders ist das bei Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Paracetamol. Sie bekämpfen zwar nicht die Ursache einer Infektion, können aber Symptome lindern. Gleiches gilt für Nasenspray, das aber nur wenige Tage verwendet werden sollte. Andernfalls steigt die Gefahr, davon abhängig zu werden. Mediziner Kühnlein rät, das Spray nicht hochzuziehen. “Dadurch landet es lediglich in ihrem Rachen und der Speiseröhre. Dort schmeckt es nicht gut und wirkt nicht.“ Zudem solle es im Liegen in die Nase gesprüht werden, sonst laufe es wieder heraus. Zehn Minuten einwirken lassen, rät Kühnlein, schon reiche die Wirkung von einmal Sprühen für einen halben Tag.

Dann sollten Sie zum Arzt gehen

Haben Sie sich erst einmal eine Erkältung eingefangen, kann Ihnen auch ein Arzt nicht weiterhelfen. Allerdings klingt die Infektion nach etwa neun bis zehn Tagen von selbst wieder ab. Wer jedoch zusätzlich an chronischen Atemwegserkrankungen leidet, beispielsweise Asthmatiker ist, sollte unbedingt seinen Hausarzt aufsuchen. Hier kann es im Fall einer Infektion mit Rhinoviren zu lebensbedrohlichen Situationen kommen.

Nicht krank werden

Wer noch nicht erkrankt ist, kann möglicherweise auch mit regelmäßigen Saunagängen vorbeugen. Wer mehrere Male pro Woche abwechselnd schwitzt und dann wieder kalt abduscht, klagt oftmals nur sehr selten über Erkältungen. Zwar ist die genaue Wirkung des Hitzebads auf das Immunsystem kaum erforscht. Allerdings sind sich die Experten in einem Punkt einig: Saunieren entspannt und das ist mitunter die beste Vorbeugung gegen einen Schnupfen.

Zuletzt aktualisiert: 12. September 2017, 11:17 Uhr