Gesunde Ernährung Zu viele Fertiggerichte können vergesslich machen

Vorsicht Fast Food! Eine Ernährung mit hochverarbeiteten Lebensmitteln kann negative Folgen wie Übergewicht, Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauferkrankungen oder Karies haben. Brasilianische Forschende haben nun eine weitere gefunden: Die Denkfähigkeit geht zurück.

Eine Frau nimmt eine Tiefkühlpizza aus der Kühltruhe eines Supermarktes
Statt Tiefkühlpizzen oder anderen Fertiggerichten sollte man häufiger frisches Obst und Gemüse zu sich nehmen. Bildrechte: imago/Jochen Tack

Die Wissenschaftler von der Universität Sao Paulo untersuchten für ihre Studie die Gesundheitsdaten von 10.775 Menschen in drei Wellen von 2008 bis 2017. Dabei handelte es sich um Angestellte des öffentlichen Dienstes im Alter von 35 bis 74 Jahren aus sechs brasilianischen Städten. Die Probanden berichteten über ihre tägliche Ernährung per Fragebogen und wurden regelmäßig hinsichtlich ihrer kognitiven Fähigkeiten gecheckt, etwa durch Worterkennungstest und semantische und phonetische Prüfungen. Das Ergebnis: Diejenigen, die sich hauptsächlich mit hochverarbeiteten Lebensmitteln ernährten, zeigten einen um 28 Prozent erhöhtes Risiko für einen erhöhten Rückgang der Denkfähigkeiten.

Was sind hochverarbeitete Lebensmittel?

Die Forschenden definieren diese UPFs (aus dem Englischen "ultraprocessed foods") als "Formulierungen von verarbeiteten Lebensmitteln (Öle, Fette, Zucker, Stärke und Proteinisolate), die wenig oder gar keine Vollwertkost enthalten und typischerweise Geschmacksstoffe, Farbstoffe, Emulgatoren und andere kosmetische Zusatzstoffe". Beispiele für UPFs sind süße und herzhafte Snacks, Süßwaren, Frühstücksflocken, Eiscreme, zuckergesüßte Getränke, industriell hergestellte Backwaren, verarbeitetes Fleisch, Fertig- oder Tiefkühlgerichte.

Noch stärker auf Risiken von bestimmten Lebensmitteln hinweisen

Größere Unterschiede nach Geschlecht oder Alter traten dabei nicht auf, auch die soziale Schicht veränderte die Ergebnisse kaum. Allerdings schränken die Studienautoren ein, dass ihre Kohorte schon relativ alt war und deswegen keine Aussagen über den Einfluss der Ernährung in jüngeren Jahren getroffen werden können. Auch wurden die kognitiven Fähigkeiten nur über Beobachtungsstudien geprüft und nicht etwa durch bildgebende Verfahren des Gehirns wie Magnetresonanztomographie. Diese Methoden könnten in folgenden Analysen zum Einsatz kommen.

Dennoch lassen sich wichtige Aussagen aus der Untersuchung ableiten. So fordern die Studienautoren, dass im Gesundheitswesen noch stärker auf die Risiken von hochverarbeiteten Lebensmitteln hingewiesen wird, die offenbar nicht nur schädlich für den Körper, sondern auch für den Geist sein können. Dazu sollten natürlich auch die Menschen selbst noch mehr auf ihre Ernährung achten und möglichst frische Produkte, vor allem Obst und Gemüse zu sich nehmen. Denn damit lässt sich letztlich das Risiko für viele Krankheiten, etwa am Herzen oder auch Darmkrebs, verringern.

cdi

Links/Studien

Die Studie "Association Between Consumption of Ultraprocessed Foods and Cognitive Decline" wurde am 05.12.2022 im Fachjournal "Jama Neurology" veröffentlicht.

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