Covid-19 Nasenspray gegen Corona: China und Indien starten Schleimhaut Impfstoffe

Gelingt so der sichere Schutz vor Ansteckungen mit Omikron? China hat einen Vektorvirus-Impfstoff zum Inhalieren zugelassen, Indien eine Impfung mit Nasentropfen. Beide sollen die erhoffte Schleimhautimmunität bringen.

Eine Frau bekommt ein Nasenspray verabreicht.
Anfang Februar 2022 wird der russische Impfstoff Sputnik V erstmals als Nasentropfen angewendet. Bildrechte: IMAGO / ITAR-TASS

Geht die Rechnung auf, könnte diesmal China und Indien ein echter Durchbruch gegen das Coronavirus gelingen. Beide Länder haben erstmals Impfungen zugelassen, die direkt auf den Schleimhäuten der Atemwege angewendet werden, statt wie die in Europa verwendeten mRNA-Impfungen als Spritze ins Muskelgewebe. Wie das Magazin Nature berichtet, hat Chinas Hersteller CanSino Biologics seinen bisher per Spritze verabreichten Impfstoff so verändert, dass er mit einem Vernebler in ein Aerosol zum Inhalieren umgewandelt werden kann.

Nasenspray-Impfung löst auch im Blut stärkere Immunreaktion aus als gespritzte Impfstoffe

Der Impfstoff nutzt ein Adenovirus Typ-5 als Transportmittel für ein Stück Erbinformation des Coronavirus. Atmen Patienten diesen Impfstoff ein, soll er eine Immunreaktion der Schleimhäute gegen Corona auslösen. Das mehr oder weniger gleiche Prinzip verfolgt auch Indiens BBV154 Impfstoff von Bharat Biotech. Hier wird ein Schimpansen-Adenovirus gentechnisch modifiziert und als Nasentropfen auf den Schleimhäuten angewendet.

Adenoviren verursachen bei Menschen in der Regel leichte Erkältungen. Auch die Impfstoffe von Astrazeneca und Janssen verwendeten diese Viren als Vektoren. Laut einer im Fachmagazin The Lancet veröffentlichten Studie konnte die Anwendung des chinesischen Impfstoffs als Inhalat die Immunreaktion der Geimpften im Vergleich mit einer Spritze erheblich steigern. So seien etwa zehn Mal höhere Titer neutralisierender Antikörper festgestellt worden, als wenn der gleiche Impfstoff intramuskulär verabreicht wurde.

Nasenspray-Impfstoffe: Ergebnisse der klinischen Phase-3-Studien bislang nicht veröffentlicht

Weder der chinesische noch der indische Hersteller haben bislang die Ergebnisse ihrer klinischen Phase-3-Studien veröffentlicht. Ob sie tatsächlich das hochgesteckte Ziel einer sterilen Immunität erreichen, bei der die Impfung eine Ansteckung dauerhaft verhindern kann, ist daher noch nicht ganz klar. Aber wenn es gelingt, eine starke und dauerhafte Immunisierung der Schleimhäute zu erreichen, könnten die beiden Impfstoffe die Schwachstelle überwinden, die die mRNA-Impfungen bislang haben. Viele Forschende sind deshalb davon überzeugt, dass nur ein Schleimhaut-Impfstoff gegen das Atemwegsvirus Sars-CoV-2 dauerhaft Erfolg haben kann.

Laut "nature" hat zuvor bereits Russland eine Nasenspray-Version seines Impfstoffs Sputnik V zugelassen und auch der Iran verfügt angeblich über ein nasales Vakzin. Über beide Impfstoffe gebe es allerdings kaum Informationen. Das könnte sich für den chinesischen Impfstoff ändern, wenn China diesen in den Westen exportieren will.

(ens)

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