Cassini Saturn
Bildrechte: JPL-Caltech

Raumsonde Cassini Über dem Saturn regnet es

Vor einem Jahr verglühte die Raumsonde Cassini gezielt in der Atmosphäre des Planeten Saturn – und trotzdem liefern ihre Daten bis heute faszinierende Einblicke. Jetzt haben Forscher herausgefunden, wie eng die Ringe und der Planet zusammenhängen und woraus der Regen besteht, der aus den Ringen auf den Planeten fällt.

Cassini Saturn
Bildrechte: JPL-Caltech

22 Flüge zwischen den Saturnringen und dem Planeten – es war ein spektakuläres Finale, als die Raumsonde Cassini vor einem Jahr in den zweitgrößten Planeten des Sonnensystems stürzte. Die Daten, die die Sonde dabei aufzeichnete, liefern bis heute neue Erkenntnisse.

Organische Verbindungen, Silikate und Wassereis

Wissenschaftler haben jetzt die Informationen ausgewertet, die der Cosmic Dust Analyzer (CDA), geliefert hat. Die Analyse des kosmischen Staubs direkt aus den Hauptringen des Saturns zeigte, woraus die Partikel bestehen, die von dort auf den Planeten regnen. Es sind komplexe organische Verbindungen, die in Wassereis eingeschlossen sind. Was die Forscher überraschte, war auch die Tatsache, dass es nur nanogroße Partikel waren, die sie mit Rauch verglichen. Und die organischen Verbindungen unterscheiden sich von denen, die auf den Monden Enceladus und Titan entdeckt wurden.

Die Partikel selbst entstehen, weil die Ringe ständig von Meteoriten bombardiert werden. Sie bewegen sich entlang der Magnetfeldlinien und treten dabei in die Atmosphäre ein. Ein Phänomen, das Forscher der Universität von Colorado in Boulder/USA vorausgesagt hatten und das jetzt dank Cassini bestätigt wurde. Das zeigt auch, so die Wissenschaftler in ihrer Veröffentlichung im Fachblatt "Science", dass es eine ständige Verbindung zwischen den Ringen und dem Planeten gibt. Und noch etwas fanden die Forscher heraus: Anders als bei vielen anderen Planeten ist das Magnetfeld des Saturns fast deckungsgleich mit seiner Rotationsachse.

Cassini Saturn
Rotationsachse und Magnetfeld – beim Saturn fast deckungsgleich. Bei der Erde z.B. sind beide um 11 Grad verschoben. Bildrechte: JPL-Caltech

Kosmische Staubanalyse Der Cosmic Dust Analyzer (CDA), der die Messungen ermöglichte, wurde vom Max-Planck-Institut für Kernphysik (Heidelberg) und vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt und gebaut. Die wissenschaftliche Planung und der Missionsbetrieb des Instruments wurden seit 2011 durch das Institut für Raumfahrtsysteme (IRS) der Universität Stuttgart übernommen.

Dieses Thema im Programm: 3sat | nano | 14. September 2017 | 18:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2018, 16:16 Uhr