Raumfahrt Weltraumagentur Esa berät über künftige Missionen und Astronauten

Die europäische Raumfahrtagentur Esa berät auf ihrem Ministerratstreffen in Paris seit Dienstag über neue Missionen sowie ein höheres Budget. Insgesamt will die Esa ein Drei-Jahres-Budget in Höhe von etwa 18 Milliarden Euro von den 22 Mitgliedsländern genehmigt bekommen.

Vollständig montierte Trägerrakete Ariane 6
Ariane 6 - die neue große Rakete der Esa sollte bereits 2020 starten. Jetzt ist der erste Flug für Ende 2023 geplant. Bildrechte: ESA/ Manuel Pedoussaut

Das wäre gut ein Viertel mehr als zuletzt. Wenn Deutschland seinen Anteil halten möchte, würde das rund vier Milliarden Euro bedeuten, so Bremens Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke) gegenüber der Nachrichtenagentur "dpa". Das federführende Bundeswirtschaftsministerium sehe nach derzeitiger Planung 2,7 Milliarden Euro für drei Jahre vor, so Vogt. Die Summe berücksichtige nicht die Inflation und liege deutlich unter den 3,3 Milliarden Euro von 2019. "Dieser Beitrag würde ganz klar die deutsche Raumfahrtindustrie - und damit auch die Bremer Industrie - deutlich beeinträchtigen", sagte Vogt.

Wer sind die neuen Astronautinnen und Astronauten?

Am Mittwoch (23.11.2022) wird außerdem bekanntgegeben, wer von den mehr als 22.000 Bewerberinnen und Bewerbern es in den nächsten Ausbildungsjahrgang für Astronauten geschafft hat. Die Esa sucht bis zu sechs Astronautinnen und Astronauten in Festanstellung. Zusätzlich will sie eine Reserve von Raumfahrern schaffen.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) betonte zum Auftakt des Treffens die Bedeutung der Raumfahrt, einerseits für die Sicherheit, aber auch für den Klimaschutz und die Nachhaltigkeit. So könnten Daten aus dem Weltraum für den Umweltschutz genutzt werden. Habeck äußerte sich optimistisch, dass es gelingen werde, zusätzliche Gelder für die Esa zur Verfügung zu stellen. "Wir müssen immer wissen, was wir im Weltraum tun, das ist kein Reiseunternehmen, was wir da finanzieren." Außerdem müsse sich Raumfahrt stärker dem Wettbewerb öffnen, für kleinere, private Firmen, sagte Habeck. "Wir sollten das Weltall nicht verstaatlichen."

Deutschland beteiligt sich weiter an der Raumstation ISS

Deutschland werde die Esa weiter stärken und sich finanziell auch weiterhin in starkem Maße an Esa-Projekten beteiligen, erklärte das Wirtschaftsministerium. "Wir stehen insbesondere zu den Verpflichtungen gegenüber unseren Partnern im Bereich Exploration." Das schließe die Raumstation ISS ein. Wie weit sich Deutschland darüber hinaus engagieren könne, sei unter anderem Gegenstand der Esa-Ministerkonferenz. Deutschland übernimmt auf dem Treffen die Führung des Esa-Rates für die nächste Periode von Frankreich.

Europa steht vor "beispiellosen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Herausforderungen", hatte der Esa-Chef Josef Aschbacher bereits Anfang des Jahres auf dem Esa-Gipfel erklärt, "vom Klimawandel, der Überschwemmungen und Brände verursacht, bis hin zu Cyberangriffen auf unsere lebenswichtige Infrastruktur." Hier soll die Esa ihr ganzes Potential zur Verfügung stellen. Dazu gibt es eine Reihe hervorragender Satelliten-Projekte, selbst Ideen für die Gewinnung von Solarenergie aus dem All werden erforscht. Doch in einigen wichtigen Bereichen hakt es. Der Start der neuen Rakete Ariane 6 wurde bereits mehrfach verschoben und doch ist die Technik schon veraltet, es gibt keine wiederverwendbaren Raketen, kein Raumschiff. Europa muss die "souveräne Fähigkeit zur Erforschung des Weltraums durch den Menschen" noch entwickeln, so Aschbacher.


dpa/gp

Der Esa-Astronaut Matthias Maurer im Interview über den Mond. 3 min
Der Esa-Astronaut Matthias Maurer im Interview über den Mond. Bildrechte: MDR, ESA, NASA
Artemis-auf der Startrampe 4 min
Bildrechte: NASA/ MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 22. November 2022 | 13:15 Uhr

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