Campi Flegrei Steht Europas größter Vulkan vor einem neuen Ausbruch?

Neapel hat nicht nur den Vesuv. Auf der anderen Seite der Großstadt schlummert eine noch viel größere Gefahr: Die Phlegräischen Felder. Seit einigen Jahren sendet der Supervulkan unter der Erde gefährliche Anzeichen für einen bevorstehenden Ausbruch aus.

Der Boden hebt sich mit wachsender Geschwindigkeit, die austretenden Gase werden heißer: Die meisten Menschen denken beim Stichwort Neapel sofort an den Vesuv. Doch auf der anderen Seite der italienischen Großstadt schlummert noch ein viel größerer Vulkan im Untergrund: Die Campi Flegrei, zu Deutsch Phlegräische Felder.

Seit einigen Jahren gibt es deutlicher werdende Anzeichen für einen bevorstehenden Ausbruch in dem Gebiet westlich von Neapel, das insgesamt 150 Quadratkilometer groß ist und in dessen Zentrum die 80.000 Einwohnerstadt Pozzuoli liegt. Geologen beobachten seit 2005, dass sich der Boden jedes Jahr anhebt, mit zunehmender Geschwindigkeit. Kleine Erdbeben begleiten diesen Vorgang.

Europas größte vulkanische Explosion

Als der Vesuv im Jahr 79 nach Christus ausbrach und die Städte Pompeji und Herculaneum unter Lava und Asche begrub, da spuckte der Berg insgesamt vier Kubik-Kilometer glühendes Gestein aus.

Die größte Eruption der Phlegräischen Felder liegt zwar schon etwas länger zurück, war dafür aber fast einhundertfach so stark: Rund 350 Kubik-Kilometer Material traten vor rund 39.000 Jahren aus. Die Asche gelangte bis nach Zentralrussland und verteilte sich im ganzen östlichen Mittelmeerraum. Es war die größte vulkanische Eruption der letzten hunderttausend Jahre in Europa.

Ob, und falls ja, wann genau nun ein erneuter Ausbruch der Campi Flegrei bevorsteht, können die Forscher noch nicht vorhersagen. Auch 1983 Jahre wölbte sich der Boden um über zwei Meter auf, ein Anzeichen für aufsteigendes Magma im Untergrund. Nach einigen Jahren kam diese Entwicklung überraschend wieder zum Stillstand.

Alarmstufe Gelb

Dennoch werden die Anzeichen wieder deutlicher. So messen die Forscher neben den Bodenbewegungen seit einiger Zeit einen starken Anstieg von Kohlenmonoxid in den Gasen, die über den Phlegräischen Feldern aus Felsspalten austreten. Dieser Anstieg deutet darauf hin, dass sich das vulkanische System aufheizt. Auch die Menge der Dämpfe und ihre Temperatur nehmen zu.

Die Behörden haben deshalb seit 2012 offiziell die Alarmstufe gelb ausgerufen. Im Falle eines Ausbruchs müssten zunächst die 80.000 Einwohner von Pozzuoli ihre Häuser verlassen. Wird die Eruption noch heftiger, wäre auch die Millionenmetropole Neapel betroffen.

Über dieses Thema berichtet MDR Fernsehen: LexiTV | 07.06.2017 | 15:00 Uhr