ExoMars 2022 Gibt es Leben im Mars?

Drei Marsmissionen sind in diesen Tagen unterwegs zum Roten Planeten. Sie wollen unserem Nachbarn die letzten Geheimnisse entreißen. Aber ob es dort Leben gibt, wird vielleicht erste die vierte Mission zeigen.

Illustration des Planeten Mars.
Bildrechte: imago/Science Photo Library

Der Mars hat gerade Hochkonjunktur. Das liegt daran, dass er uns jetzt so nah ist, dass sich Flüge lohnen. Zwei Marsmissionen sind bereits gestartet, die der Vereinigten Arabischen Emirate und die von China. Mars2020 von der NASA wird am 30. Juli mit einer Atlas-V-Rakete von Cape Canaveral aus abheben. Doch eine der wichtigsten Fragen wird vermutlich erst die nächste Mars-Mission beantworten, die von der Europäischen Raumfahrtagentur ESA und dem staatlichen russischen Raumfahrtunternehmen Roskosmos 2022 gestartet wird: Gibt es Leben auf dem Mars – oder besser gesagt, in ihm?

Denn genau dort, so eine aktuelle Studie im Wissenschaftsmagazin nature, könnte es auch heute noch Leben geben. Dass Leben unter den schwierigsten Bedingungen möglich ist, sei auch schon auf der Erde nachgewiesen worden, schreibt Autor Dimitra Atri, Astrophysiker am Center for Space Science, New York University Abu Dhabi.

Damit meint Atri Desulforudis audaxviator. Das ist ein Bakterium, das in einer 2,8 km tiefen südafrikanischen Mine gefunden wurde und in der Lage ist, strahleninduzierte Sulfatreduktion (auch Sulfatatmung genannt) für seinen Stoffwechsel zu nutzen. Forscher Atri entwickelt daraus die Theorie, dass es auch unter der Oberfläche des Mars derartiges Leben geben könnte, unterstützt  durch kosmische Strahlung, die den Planeten erreicht. Dadurch, so Atri, gebe es im Untergrund eine radiolytische Zone, einen Bereich, wo kosmische Strahlung chemische Reaktionen hervorruft, die organische Aktivitäten ermöglichen.

Mars Rover
Der Rosalind Franklin Rover von ESA und Roskosmos. Vorn in der grauen Röhre ist der Bohrer, der bis zu zwei Meter in den Mars vordringen soll. Bildrechte: ESA/ATG medialab

Um das zu beweisen, muss man also in den Mars bohren. Und genau das ermöglicht die Mission ExoMars von ESA und Roskomos. Deren nach der britischen Biochemikerin Rosalind Franklin benannter Rover soll bis zu zwei Meter tief in den Mars vordringen, um nach Spuren von Leben zu suchen. Atri hofft darauf, dass der Rover seine Theorie bestätigt:  

Es ist aufregend darüber nachzudenken, dass das Leben in einer so rauen Umgebung, nur zwei Meter unter der Marsoberfläche, überleben könnte.

Dimitra Atri, Astrophysiker

Link zur Studie

Die Studie von Dimitra Atri ist unrter dem Namen Untersuchung des biologischen Potenzials eines durch galaktische kosmische Strahlung induzierten strahlungsgetriebenen chemischen Ungleichgewichts in der Mars-Untergrundumgebung im Magazin nature erschienen.

gp

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